Die härtesten “gegangenen” 2km beim qualvollen Finale des Kaisermarathons
“Wie komme ich auf die Hohe Salve noch rauf, ohne die Bergrettung zu bemühen?”- Diese Frage sowie ähnliche Gedanken prägten die letzten 2km meines ersten Kaisermarathons.
Dabei hatte der Tag gut begonnen, da ich mich erstmals in dieser Woche, nach einer leichten Verkühlung wieder fit fühlte. Auch die ca. 20 minütige Startverzögerung auf 10:50 Uhr (sollte kommendes Jahr bei der Berglauf WM 2009 besser nicht mehr passieren) konnten Mitti und mich nicht aus der Ruhe bringen. Auch die ersten, flachen Kilometer machten keine Probleme, wobei die Vermutung nahe lag, dass die erste Hälfte des Marathons (knapp 400 HM) mit 1:40 Stunden für unseren ersten Bergmarathon eindeutig zu schnell war. Dies mussten wir auch gleich am ersten der beiden Berge feststellen, den wir mehr “gegangen” als gelaufen sind. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass ein hartes Finale drohte.
Aber es kam noch schlimmer: Nachdem ich am ersten Berg einen kleinen Vorsprung auf Mitti rausholen konnte, büsste ich diesen bereits auf den ersten Downhill-Kilometern (zwischen Kilometer 30 und 38 geht’s rund 500 HM bergab) wieder ein. Der Grund: Durch das Bergablaufen hatte ich mit hefigen Bauchkrämpfen zu tun, und musste nicht nur Mitti, sondern auch viele andere Läufer bergab vorbeiziehen lassen.
In dieser Phase dachte ich erstmals ans Aufgeben – kurz, aber intensiv. Schnell war jedoch das nächste Ziel gefasst, die Mittelstation der Seilbahn, dem tiefsten Punkt zwischen dem ersten Berg und dem Ziel auf der Hohen Salve. Ich war mir sicher, die Magenprobleme bergauf in Griff zu bekommen, und schleppte mich mehr gehend als laufend den Berg hinunter… zum Scheitelpunkt der Strecke.
Meine Theorie stellte sich auch als richtig raus, und so konnte ich mit beruhigtem Magen den letzten Anstieg auf die Hohe Salve in Angriff nehmen. Nur 3,5 Kilometer – die einem jedoch nach fast 40 Kilomtern in den Beinen gespickt mit saftigen 700 HM alles denkbar mögliche abverlangen.
Gehend – nein besser taumelnd gings bergauf. Zwischendurch blieb ich immer wieder stehen, bzw. setzte mich sogar zwei mal überhaupt für wenige Minuten hin, um nicht umzukippen und aufgeben zu müssen. Ans “Aufgeben” verschwendete ich bei der letzten Labestation (bei 41 km) auch noch einige Sekunden, da dies der letzte Punkt mit einer für mich “sicheren Strasse” war, bevor es erneut durch steiles Gelände Richtung Ziel ging.
Zum Glück erwartete mich am letzten Anstieg Christina (Danke!), die mich nochmals motivierte und schlussendlich ins sichere Ziel brachte – Ins Ziel nach meinem bisher härtesten Rennen…
Fazit: Zu schnell begonnen, den “Mann mit dem Hammer” voll erwischt, aber tapfer gekämpft und nach 5:04 Stunden das erklärte Ziel erreicht. Mitti konnte mich übrigens um mehr als 10 Minuten abhängen und erreichte nach 4:53 das Ziel.
Offizieller Bericht vom Kaisermarthon 2008

