Techniktraining/Speedwork on Trails – wichtig, aber wo nur?

Strassenläufer können zur Verbesserung ihrer Lauftechnik auf das etablierte Lauf-ABC zurückgreifen. Darunter versteht man ein Set an Übungen, um Körperhaltung, Koordination, Feinmotorik, Muskulatur, etc. zu verbessern, um sich einen ergonomischeren, effizienteren Laufstil zu erarbeiten. Regelmäßige Lauf-ABC Einheiten sollten auch von Trailrunnern absolviert werden, aber darüberhinaus braucht es meiner Meinung nach noch Techniktrainings für den Uphill, Downhill und vielleicht am wichtigsten, den Lauf im kupierten, technischen Gelände.

Letzterer macht eigentlich Trailrunning aus! Vorausgesetzt, ich bin mit Tempo unterwegs, braucht es bei mir keine zwei Minuten, um auf einem anspruchsvollen, schmalen, kupierten Trail ein „Runner’s High“ zu erlangen. Ich bin überzeugt, das gilt für jeden Trailrunner. Durch das Tempo und die geländetechnischen Schwierigkeiten bleibt dem Läufer gar nichts anders über, als hochkonzentriert, fokussiert an die Sache ran zu gehen. Umgebung, und weitere ablenkende Dinge rund herum werden ausgeblendet. Man sieht nur noch den Trail vor sich, und spürt jede Faser seines Körpers – „Runner’s High“ eben.

Dabei wird nicht nur die Muskulatur beansprucht, sondern auch Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit spielen eine große Rolle. Ist man diese Belastung nicht gewohnt, kommt es sehr schnell zur geistigen Ermüdung, und das Tempo muss reduziert werden, um das Unvermeidliche – den Sturz – zu vermeiden. Für Trailrunner ist es also echt wichtig, diese „reinste Form“ des Trailrunnings entsprechend zu trainieren. Nur so kann man sich an die Geschwindigkeit im kupierten, technisch anspruchsvollen Gelände gewöhnen und länger halten. Schmale Waldwege, Höhenwanderwege und Grate eignen sich hervorragend, um sich diese Fähigkeiten zu erarbeiten. Wichtig dabei ist es aber, nicht völlig leer und ausgepumpt – beispielsweise nach harten 1500hm im Aufstieg – diese Passagen zu trainieren.

Ich hab zwar einige Strecken, die ich für diese Art des Trainings nutze, aber echt optimal sind nur ganz wenige! Eine davon ist, zur Verdeutlichung, die Schlenkenüberschreitung bei Adnet (Hallein/Salzburg). Nach gerade mal 550hm steht man am Gipfel des Schlenken. Neben einem herrlichen Panorama wartet nun ein ca. 4km langer Singeltrail, der nichts vermissen lässt. Es geht berab, bergauf, es ist ein kurzer Klettersteig mit dabei und der Pfad ist immer schmal und technisch – echt lässig. Wer hier mit Tempo läuft sieht links und rechts nichts mehr, ist zu 100% fokusiert , oder fliegt mit Sicherheit ab ins Gelände.

Damit so eine Technikeinheit auch richtig Spass macht, packe ich nur das absolut Wichtigste mit ein. Pflicht ist mein iPhone mit lässigem, schnellen Sound, Schlüssel, etwas Geld, eine superleichte Jacke, Gels, und zum Drinken eine 237ml Softflask gefüllt mit Natural Power ISO Fit. Meine S-LAB EXO Twinskin Short von Salomon, kann dies alles locker aufnehmen, und der Trailrunning Rucksack darf für die Speedwork-Einheit ausnahmsweise mal zu Hause bleiben.

Fazit: Speedwork ist wichtig, den passenden Trail hierzu muss man sich in seiner Umgebung erst „erarbeiten“. ABER: Das Runner’s High ist garantiert ;)

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