Ich bin verwundert! Ein Fan von Marcel Hirscher gründet eine Facebook-Fan Gruppe und hat innerhalb kürzester Zeit über 2.000 Fans. Er berichtet voll Begeisterung von den Rennerfolgen und teilt diesen Enthusiasmus mit anderen Fans. So weit so gut. Nun scheint aber das Management von Marcel nicht gerade erfreut über diese Art der Kommunikation unter den Fans zu sein, frei nach dem Motto: “Hilfe, die sprechen und wir können es nicht kontrollieren!”
Zugegebenerweise muss ich sagen: Sich als “Marcel Hirscher” auf Facebook anzumelden ist vielleicht etwas unglücklich. Mittlerweile hat der Gründer der Gruppe auch bereits überlegt, sich als “Marcel Hirscher Fans” zu betiteln. Wäre eine gute Lösung.
“Marcel Hirscher” ist eine Marke. Ein sympathischer Bursch, der offensichtlich mit Social Media nichts am Hut hat. Ok. Dass sein Management aber diese Chance nicht erkennt, über 2.000 Fans direkt zu erreichen, mit ihnen einen Diskurs zu beginnen – Social Media ist offensichtlich noch nicht angekommen in den Köpfen. Anstatt sich mit den Fans zusammen zu tun und zu überlegen, wie man gemeinsam weiter machen könnte, soll die Seite sofort gelöscht werden. Ein Auszug aus der Mail (lt. Fanseitenbetreiber) vom Management:
1. Rechtliche Gegebenheiten
Es werden auf Facebook laufend (gewollt oder ungewollt) Persönlichkeits-rechte unserer Athleten verletzt. Bei Abbildungen (Fotos) werden ebenso laufend Copyrights der Fotografenund Bild- und Presseagenturen verletzt.
2. Marketing-Hintergründe
Marcel Hirscher hat Profisportler Werbeverträge abgeschlossen.Unsere Wirtschafts-Kooperationspartner wollen natürlich die Kommunikation mit ihren Zielgruppen (Fans) kanalisiert wissen um Streuverluste zu vermeiden.Darum ist ganz klar: Es gibt im Internet ein Sprachrohr nach aussen, dasist die offizielle Website “www.marcelhirscher.at” – und es gibt eine Kommunikationslinie nach innen, das ist das Kontaktformular auf jenerWebsite. Jedes Posting auf Facebook ist ein verlorenes Posting – Marcelwird es nicht sehen, da er Facebook nicht nützt. Jeder Kontakt über das Kontaktformular wird TATSÄCHLICH an Marcel weitergeleitet und vonihm garantiert gelesen.”
So lief das vor 10 Jahren! Wir schreiben 2010. Menschen vernetzen sich. Menschen schreiben Blogs, laden Fotos im Internet hoch, sie tauschen sich über ihre Meinung aus – dort wo sie wollen und gänzlich nicht steuerbar! Ja, das ist “Web 2.0″ – plötzlich kann jeder seinen Senf abgeben. So wie ich auf meinem Blog meinen Unmut kund tue, so haben diese viele andere, zum Beispiel Reinhard oder Claus, auch schon gemacht. So eine sinnlose Aktion verursacht mehr Schaden, als das es Nutzen für die Marke “Marcel Hirscher” bringt. Wäre das Management offen für eine Diskurs, hätte man auch über eine Facebook-Integration auf der offiziellen Website sprechen können. 2010 gibt es nämlich simple Technologien, um relevante Infos und Angebote zu “connecten”! Schade drum…
Übrigens: Lindsey Vonn twittert und facebooked auch – selber.