5 Gründe warum ich dem CrossFit (Trend) verfallen bin

3D Gym Crossfit Salzburg

CrossFit Salzburg – „weil normal kann jeder“ Foto ;)

Ich erinnere mich, dass ich in Argentinien am Strand Jungs beim Work Out gesehen habe. Mein Freund Santi sprach von high intensity Training. Als ich in Rio bei einer sogenannten „Box“ (so wird der Gym für Crosfitter bezeichnet) vorbei spazierte, war das für mich nur eine weitere „Mucki-Bude“. Zwei Jahre später bin ich mitten drin und bekomme Entzugserscheinungen, wenn ich länger kein „WOD“ (Workout of the Day) absolviert habe.

Was ist CrossFit?

CrossFit ist eine Trainingsmethode, die in den USA entstanden ist und deren Ziel es ist, das Fitness- und Gesundheits-Level zu erhöhen. High Intensity Einheiten, sogenannte „WODs“, bestehen aus funktionellen Übungen wie Gewichtheben, laufen, rudern und Gymnastik. Die Grundidee ist, dass diese Bewegungen und Abläufe dem Bewegungsablauf in unserem täglichen Leben entsprechen und uns für dessen Herausforderungen bestens trainieren. Zum Beispiel das Schleppen der Bierkiste, mit dem Hund eine Runde ums Haus laufen oder Ähnliches. Die Intensität und das Gewicht werden an den Athleten angepasst, das heisst ich mit meine 50kg stemme aktuell maximal 17kg „overhead“. Vor einem Jahr waren es noch wesentlich weniger Kilos! Damit ist CrossFit auch für jeden, egal welcher Fitnesslevel oder Alter, ein ideales Training. Das Besondere an CrossFit ist mit Sicherheit die Community, die weltweit existiert. Jeder „Athlete“ (so werden jene bezeichnet, die CrossFit  trainieren) ist Part der Community – das Alter, der Beruf, das Fitness-Level spielen dabei keine Rolle!  Am Ende schwitzen wir Athleten alle gleich, sind gleich ausgepowert und teilen die Freude daran, am nächsten Tag jede Muskelfaser zu spüren. Das ist es, was CrossFit ausmacht: der uneingeschränkte Teamgeist.

Als ich vor über einem Jahr bei CrossFit Salzburg begonnen habe zu trainieren, wollte ich das Training ausprobieren. Ganz überzeugt war ich vom „Hype“ nicht – Gewichte stemmen, Laufen usw. das ist ja nichts Neues. Alles nur eine Mode-Erscheinung? Ich habe für mich 5 Gründe gefunden, warum CrossFit definitiv Part meines (sportlichen) Alltages ist:

  1. Fokus

    Für mich ist Sport ein enorm wichtiger Part in meinem Leben. Da ich stark kopflastig arbeite, brauche ich den körperlichen Ausgleich. „Mich spüren“ tu ich in der Bewegung, draussen in der Natur, am Berg – aber das ist unter der Woche, nach einem langen Arbeitstag oft nicht möglich. Meine Box liegt genau 5 Minuten von meiner Wohnung entfernt. Es gibt wenig Ausreden, nach der Arbeit zum Training zu gehen. Dort komme ich ganz schnell bei mir an! Plötzlich ist die einzige Aufgabe, die Runden zu zählen, das Gewicht zu bestimmen, das ich an dem Tag schaffen will oder die Team-Challenge in der vorgegebenen Zeit zu bewältigen. Verkorkste Gedankengänge gibts nicht, denn man ist vollkommen im Moment auf das Wesentliche fokussiert: die Runde zu zählen, die nächste Übung auszuführen. Nach einem WOD bin ich geschafft aber mein Kopf ist unglaublich fokussiert zu gleich!

  2. Persönliche Grenzen verschieben


    Das Training gliedert sich grundsätzlich immer in ein Warm-Up, nach dem man manchmal schon ganz schön geschafft ist, einem Technik-Training Part und dem eigentlichen WOD. Die Work Outs sind ganz unterschiedlich zusammengestellt, denn das macht CrossFit aus! Oft geht es mehr um Ausdauer, oft steht mehr Gewichtheben im Vordergrund. Auf jeden Fall geht es immer darum, seine persönlichen Grenzen auszuloten bzw. darüber hinaus zu gehen. Der „Gegner“ ist man immer selber. Jeder Athlet hat seine eigenen Limits und will diese pushen. Mein Ziel ist beispielsweise ein Pull Up ohne Band – davon bin ich derzeit noch ziemlich entfernt, aber ich arbeite daran! Push Ups waren vor einem Jahr noch extrem zach für mich! Mittlerweile geht das schon viel leichter! „Double Unders“ konnte ich gar nicht. Meine Sprungschnur war auch beim Air Race immer im Gepäck und nach viel Training und ein paar Tricks, schaffte ich schliesslich meinen ersten Double Under. Ich war ziemlich stolz! Zu sehen, wie man sich selbst verbessert motiviert enorm!

  3. Team Spirit

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    Team WOD mit meinem ehemaligen CrossFit-Buddy

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    So sieht eine Box in Santa Monica aus – CrossFit Santa Monica

    Ein Part im Training sind sogenannte Team Work Outs. Mein CrossFit Trainings-Buddy der ersten Stunde, Michael, war auch sehr oft mein WOD Teampartner. Optimal, denn auch er ist nicht der massive Gewichte-Stemmer sondern eher auf Ausdauer fokussiert. Ungefähr ein ähnliches Fitness-Level, aber vor allem dieselbe Trainingseinstellung machten ein perfektes Team aus. Ganz ohne Worte teilt man sich damit die Wiederholungen auf, pusht sich gegenseitig, motiviert sich selber, wenn man sieht wie der Andere beisst! Das spornt einen zu Höchstleistungen an und nicht selten wächst man über sich selber hinaus. Dieser Teamspirit fasziniert mich am Training und die Community, wo man sich gemeinsam über die Leistungen des anderen freut, gemeinsam über die Muskelschmerzen jammert und dabei aber immer das Gefühl hat: „hey – wir machen alle das Gleiche durch!“ Letztes Jahr im September, während meiner Arbeitswoche im Santa Monica Office, trainierte ich bei CrossFit Santa Monica. Nicht nur, dass ich extrem herzlich aufgenommen wurde, es war zudem sehr aufschlussreich, auch mal eine andere Box und deren WODs kennen zu lernen. Ausserdem: einen Sandsack über den Santa Monica Boulevard im Laufschritt zu schleppen – das hat schon irgendwie was!

  4. Ganzheitlicher Trainingseffekt

    Während der letzten Jahre hatte ich arbeitsbedingt wenig Zeit für meine üblichen, sportlichen Aktivitäten. Letzten Sommer war ich einmal am Untersberg. Komplett ohne mein eigentliches Training, abgesehen von CrossFit, dachte ich, dass ich sicher mit etwas Mühe die 1200 Höhenmeter meistern werde. Weit gefehlt! Ziemlich locker gings über den Doppler hinauf – so easy, dass ich selber nur so staunte. Beim Kiten merkte ich, dass das Schleppen des Schirms und auch am Wasser diverse Verrenkungen meiner Rückenmuskulatur wesentlich weniger ausmachte, als noch im Jahr davor. Und ganz grundsätzlich waren meine Nackenschmerzen, die ich vom oft stundenlangen Sitzen vor dem Rechner hatte, wie weg geblasen. Zusätzlich zu zweimal wöchentlich CrossFit (im besten Fall) gehe ich laufen oder biken. Damit habe ich für mich ein ideales Set Up gefunden, mich das ganze Jahr hindurch fit zu halten und für den Winter perfekt vorbereitet zu sein, wenn es dann wieder Off-Piste geht!

  5. „Change your Mind“

    Als ich begonnen habe, mich mit dem Thema CrossFit zu beschäftigen, vor allem nach dem Vortrag des Brand Managers der Marke „CrossFit“ bei der SXSW 2015 in Austin, nahm ich schon wahr, dass es nicht nur um reines körperliches Training geht. Als der Trainer zu Beginn meinte: „Egal was deine Ziele sind, schreib Sie auf ein Stück Papier, steck sie in einen Umschlag und bewahre diesen sicher auf: Du willst abnehmen, stärker, schneller, schöner werden, Leute kennenlernen, mehr Selbstvertrauen bekommen, Ängste überwinden, was auch immer du erreichen willst… nur zu schreib alles auf!“ Es ist nicht nur meine körperliche Konstitution, die sich durch das Training verändert hat. Ich merke an mir selbst, dass ich stärker in jeder Hinsicht geworden bin. Ziele sind dazu da, erreicht zu werden. Mit Fokus und Ausdauer kommt man voran – nicht nur sportlich! Ich gehe heute mental stärker an neue Herausforderungen heran – dazu hat mit Sicherheit mein Training in der Box beigetragen!

Wer Lust auf CrossFit bekommen hat: in meiner Box kann man zum Probetraining einfach mal mitkommen!

People walk in and ask: „Where are the machines?“ We are the machines!

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