Kitesurfen in Brasilien – ab ins Paradies!

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Brasilien geisterte schon seit Jahren als Reiseziel in meinem Kopf herum. Spätestens seit ich mein Projekt „Kitesurfen“ gestartet habe, ist das grösste südamerikanische Land ganz oben auf meiner Bucket-List gewesen. Nach meiner Reisethrombose im letzten Jahr gab es im November nichts, was mich hätte aufhalten können: Jeden Tag kiten, tropische Temperaturen, barefoot statt Flip Flops, Hängematte und Caipi zum Sonnenuntergang, Meeresrauschen zum Aufwachen – so habe ich mir den Trip vorgestellt und ja, genau so sahen meine Tage aus!
 Ganz nach meinem Credo „just explore“ gestaltete sich die „Planung“ für meinen Trip: viele Gespräche mit (Kite)Freunden und eine gewisse gewollte Planlosigkeit, um vor Ort flexibel zu sein, waren die einzige „Vorbereitung“. Daneben eine grosse Portion an Vorfreude, die sich über den Sommer steigerte. Jeder, der selbst kitet, bestätigte mir, dass Brasilien einfach die Destination ist, um jeden Tag, bei konstantem Wind und zum Teil in spiegelglatten Lagunen hervorragend kiten zu lernen. Perfekte Voraussetzungen also, um an meinem Kiteprojekt zu arbeiten und gleichzeitig auch auf meinen Lieblingskontinent zurück zu kehren.

Thom, mein holländischer Kite-Buddy, der schon in Tarifa mit dabei war, begleitete mich die ersten zwei Wochen. Darüber war ich besonders froh, denn ich fühle mich einfach safer, wenn ich einen „Pro“ an meiner Seite habe, der ein Auge auf mich hat! Das ist wohl so ein „Mädelsding“, sich eine Beschützer zu wünschen. Tatsächlich gab es am Ende Momente, wo er mich beherzt aus brenzligen Situationen gerettet hat und ich echt froh war, ihn dabei zu haben. Insgesamt genoss ich es sehr, mit einem Gleichgesinnten on the road zu sein, mit dem man die Kite Erlebnisse oder auch ein Abendessen teilen kann. Der eine oder andere Caipi war dann durchaus auch dabei…

Travel Style

Ein Kitetrip ist dann auch anders in Bezug auf die Leichtigkeit des Reisens: einfach mal in einen Bus springen geht nicht, denn immer im Schlepptau ist ein Kitebag. Und damit ständig on the Road zu sein macht keinen Sinn. Dazu kommt, dass die eigentlichen Ausgaben bei diesem Trip die Taxifahrten waren. Sofern man gemeinsam unterwegs ist, klappt das auch ganz gut. Alleine wirds fast etwas teuer auf Dauer. Zu dem hatte ich ganz klar den Plan, mehr an Orten zu verweilen und neben dem sportlichen Aspekt auch die Seele baumeln zu lassen. Es gäbe jedoch durchaus Möglichkeiten, einen Roadtrip entlang der Küste hinauf in den Norden zu machen. Unerlässlich dafür ist ein Auto und das kann ohne gute Planung ins Geld gehen! 

Escape Kite Pousada

Der Spot „to go“ ist für mich eindeutig die chillige Pousada von Daniel, einem waschechten Landsmann von mir! Er ist seit einigen Jahren in Brasilien, sein Kärntner Dialekt ist aber immer noch unüberhörbar. Seine Pousada ist der perfekte Spot zum Ankommen in Brasilien. Mittels Taxi ist man innerhalb von 1h südlich von Fortaleza (Daniel organisiert gern den Chauffeur) und kann erst mal den Kopf ausschalten und man kann gemütlich den ersten Caipi schlürfen. Ob Roof Top, Doppelzimmer oder Dorm – je nach Budget kann man sich unterschiedlich einquartieren. Ich hab mir zwei Wochen „Suite“ mit Ausblick ausgesucht. Das Frühstück ist so ziemlich eines der Besten in den Kite-Pousadas an der brasilianischen Küste – jede Menge Früchte und Smoothies! Jawohl – bunte, frisch gemixte Fruchtbomben – genau das Richtige für Sportler! Der Kitespot selbst ist einfach perfekt – und zwar für jedes Level! Mittlerweile zwar kein Geheimtipp mehr, aber sowohl für Anfänger wie mich (sehr cooler Pool!) geeignet als auch für die Pros, die hier direkt vor der Haustür trainieren. Selbst aus der Hängematte, nach einer Session, bekommt man mit Blick aufs Wasser gleich die nächste Lehrstunde mitgeliefert. Die Gäste sind bunt gemischt – vor allem Deutsche, Schweizer und einige Österreicher – aber das wichtigste: alles entspannte Menschen – wie es Kiter eben so sind. 

DSC_0434Time to reflect

Ich bin ja nicht so der klassische Urlaubs-Typ. Bei mir muss immer auch ein bisschen Abenteuer dabei sein! Ich mag es, Zeit zu haben, um die lokalen Gepflogenheiten kennenzulernen, mich mit den Menschen zu unterhalten, Essen auszuprobieren und die Eigenheiten und Mentalität eines Landes kennen zu lernen. Diesmal stand zwar Kitesurfen vollkommen im Mittelpunkt, aber dennoch haute mich der südamerikanische Kontinent wieder mal um. Wie einfach die Menschen leben, wie beschwerlich ihr Leben eigentlich ist und dennoch scheinen sie nicht weniger oder mehr glücklich zu sein als wir. Im Gegenteil: mit einem Lachen funktioniert alles einfacher! 

Wie kommt man hin?

Erste Challenge für die Reise ist es, einen passenden Flug zu finden. Die beste Verbindung bietet die TAP an. Von München geht es mit kurzem Zwischentop über Lissabon direkt nach Fortaleza. Insgesamt knapp 10h Flug, was eigentlich überraschend wenig ist. Für das Kitebag muss man extra noch mal jeweils 100 Euro pro Richtung hin legen – sofern der TAP Schalter am Flughafen besetzt ist. Ansonsten kann es passieren, dass das Bag einfach so mit geht! Gebucht habe ich im August und mit 800 Euro um 400 Euro weniger bezahlt als 2015 für den Ende Oktober Flug.

Wann nach Brasilien?

Die High-Season beginnt schon viel früher als ich dachte. Eigentlich wäre es im August und September gut, denn da ist es noch ruhig, der Wind ist super und die Masse an Kitern ist noch nicht da. High Noon ist im November, wenn die europäische Kite Community die bekannten Spots rund um Fortaleza belagert. Im Dezember wird es ruhiger, der Wind (im Süden) etwas weniger, die Preise niedriger und insgesamt auch entspannter. 

Und während ich hier nun, ein halbes Jahr nach meinem Kite-Urlaub, meine Fotos durch sehe und in Erinnerungen schwelge, werde ich schon ganz zappelig! Ich glaube fast, ich muss mal Flüge checken…

Ein paar Eindrücke von der Morning Session um 7 Uhr, festgehalten von Daniel. Um die morgendliche Stunde waren wir gerade mal zwei Kiter am Wasser!

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Super nette Leute – nicht zu vergessen mein Kite-Buddy Mario, mit dem ich die eine oder andere Session gemeinsam um jeden Up-Wind Meter gekämpft habe!

Brasil from céline sauvage on Vimeo.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es war eine super tolle zeit mit dir !!!
    …und wir würden uns freuen dich sehr bald wieder begrüßen zu dürfen ! !
    Grüße aus Brasil!!

    Team Escape

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