SUP – Stand Up Paddle – ja, ich jetzt auch!

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Ich kann mich noch gut erinnern, als vor einigen Jahren plötzlich Menschen auf Surfbrettern gestanden sind, ein Paddel in der Hand, und auf den Seen herum gurkten. Das hatte für mich fast etwas von Golf. Ein „Sport“? Naja, eher so „neumodischer Kram für Möchtegern-Sportler“ – dachte ich. Tja, der erste Eindruck kann manchmal täuschen, wie ich wieder einmal feststellen muss. Mittlerweile bin ich enthusiastischer SUPer und habe meinen perfekten Sommer-Ausgleichssport gefunden.

SUP steht für Stand Up Paddle und ist eigentlich schon lange nicht mehr neu. Ebenfalls nicht neu sind aufblasbare SUP’s. Allerdings werden diese im Vergleich nun immer leistbarer. Und das merkt man auch an den heimischen Seen, an denen man viele SUPs mit ganz unterschiedlicher Verwendunge sieht: herumturnende Kinder, Mamas, die das Board mehr im Sitzen als „Boot“ verwenden, Mädels, die sich von ihrem Freund herum chauffieren lassen, oder einfach nur als Luftmatratzen-Ersatz.

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Sonnenaufgangstour an der Algarve

Im letzten Jahr in Portugal stand ich erstmals am Brett und erkundete bei Sonnenaufgang die Höhlen und Cliffs an der Algarve. Meine Angst, vom wackeligen Untersatz ins Wasser zu fallen war völlig unberechtigt. Souverän wie ein Pro paddelte ich um 6 Uhr zum Sonnenaufgang durch die Fels-Höhlen.
In LA gings neuerlich aufs SUP und zwar mit Kollegen durch Marina del Rey. Ein bisschen Yachten abchecken, den Sonnenuntergang geniessen – nur die starke Strömung und der Wind erschwerten die gemütliche Tour merklich. Ein echtes Workout war SUP’n aber am Traunsee, wo ich mich kniend gegen die Wellen stemmte. Dennoch war es auch wunderschön mitten am See, weit abseits von lauten Badestränden.

 

Der Trainings-Effekt

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After Work SUP am Fuschlsee – immer wieder genial

Am Fuschlsee gleitet man über Unterwasserpflanzen, Holzstämme unter Wasser und kommt nahe an abgeschiedene Stellen am Ufer vorbei. Das hat für mich etwas Meditatives. In der Langsamkeit und Ruhe kommt man sehr gut herunter, vergisst jeglichen Stress und ist ganz bei sich selbst. Gleichzeitig kann man auch richtig Gas geben und durch die ständige Körperspannung, die man braucht um das Gleichgewicht zu halten, auch noch etwas für die Muskulatur und Rumpf-Stabilisierung tun.

Kaufberatung

Mir selbst ein SUP zu kaufen kam mir sehr lang gar nicht in den Sinn. So ein grosses Brett passt weder in meinen Keller, noch wollte ich über 1000 Euro für ein Sportgerät ausgeben, das ich vielleicht 20 Mal im Sommer nutze. In den letzten Jahren hat sich allerdings einiges getan – sowohl preislich als auch von den unterschiedlichen Modellen und Varianten. Ein aufblasbares SUP beispielsweise erfüllt absolut seinen Zweck, ist platzsparend, einfach zu transportieren und auch wesentlich günstiger in der Anschaffung. Als ich so ein „Teil“ erstmalig in Echt gesehen habe, und dann auch noch den Preis (zwischen 340 und 390 Euro) erfuhr, war es ganz schnell um mich geschehen. Für meine Zwecke reicht ein Brett, das mich tragen kann (also bis 70kg) und womit ich auf den heimischen Seen gemütlich herum paddle, voll und ganz. Auf Amazon schwankt der Preis interessanterweise täglich – heute kostet das SUP beispielsweise schlappe 319 Euro! Brett, Pumpe, Rucksack und Paddel (für den Anfang ganz ok – allerdings kein top Paddel) ist im Preis inkludiert. Aquamarine hat Boards für jede Gewichtsklasse – um beispielsweise eine zweite Person mitzunehmen oder wenn 70kg einfach zu wenig sind. ;) Die Handhabung ist denkbar einfach: aufpumpen und fertig. Nach dem Trocknen lässt man einfach die Luft raus und rollt das SUP wieder zusammen, um es im Rucksack zu verstauen. Ich hab mein SUP mittlerweile immer dabei, um abends spontan eine Runde zu drehen.

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Ratz Fatz – und fertig ist ein Surfboard ;)

Wo sind die besten Spots?

Das Salzkammergut hat es mir in diesem Sommer ziemlich angetan. Als verwöhnte Kärntnerin, die mit den herrlichsten Seen vor der Haustür aufgewachsen ist, hat mich der Fuschlsee schon immer überzeugt. Aber auch Mondsee, Wolfgangsee und der Traunsee haben ihre Reize und sind von Salzburg aus easy zu erreichen. Der Fuschlsee hat den Vorteil, dass es weder Motorboote noch massive Wellen gibt. Der Wind kann zwar durchaus lästig werden, trübt den Spass aber keineswegs. Traunsee und Mondsee warten da schon mit mehr Wellengang und vor allem Strömung auf. Auch die Einstiegspunkte sind ganz unterschiedlich. Am Fuschlsee kann man direkt im Ort am öffentlichen Zugang sein SUP wassern. Am Mondsee sollte man den Ort meiden und sich eher an der Südseite einen Zugang suchen, um sich das Geld für den Eintritt in das Strandbad zu sparen. Am Traunsee funktioniert dies auch in Altmünster bestens. Mein Highlight allerdings ist der Weissensee in Kärnten. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Man gleitet sanft über türkis bis dunkelgrüne Stellen, die herrliche Bergwelt zum Greifen nahe und rund herum einfach nur Stille. Meine geplante Tour war diesmal nur kurz, denn mein SUP wurde vom Nachwuchs kurzerhand in Beschlag genommen.

Wendelin der SUP Meister

Wendelin, der SUP Meister

Fazit:

Stand Up Paddling macht einfach Spass und ist ein toller Ausgleich für all jene, denen es zu fad ist im Strandbad herum zu liegen. Egal ob Top-Sportler oder Kind: SUPn kann jeder.

Ich hoffe auf einen schönen Herbst, denn für mich ist die SUP Saison noch lange nicht beendet. Ganz im Gegenteil – jetzt im Herbst, wenns ruhig um die Seen wird, ists erst richtig chillig!

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Christina,
    Auch wir Sup’en gerne und fahren in diesem Sommer nach Kärnten. Leider habe ich am Weissensee keine Unterkunft mir Privatstrand bekommen. Kann ich jetzt nur über die Strandbäder ans Wasser oder kann man auch anders einsteigen?
    LG Anne

  2. Hallo Anne! Sorry meine späte Antwort! Besonders am Weissensee ist es relativ einfach, sein SUP ins Wasser zu bringen. Einerseits gibts ein grosse Strandbad und zu dem kann man entlang vom See wandern und immer wieder einfach einsteigen. Von daher eigentlich einer der feinsten Seen zum SUPen! Viel Spass! Christina

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