Kommunikation 2020: vom Verschwinden der Marketingabteilung

Ich habe mir erlaubt, die 8 Thesen der Agentur SapientNitro, die auf iBusiness dieser Tage veröffentlicht wurde, hier zu posten. Vieles klingt sehr futuristisch und ich bezweifle, dass wir in 10 Jahren mit implantierten Chips herum laufen werden. Wovon ich jedoch fest überzeugt bin, ist das Verschwinden bzw. das Verschmelzen der Disziplinen. Bereits seit Jahren bemerke ich in meiner Position die Schwierigkeit, mich einer Abteilung zu zuordnen. Online Kommunikation, Social Media, E-Marketing, Kundenkommunikation?!… wie auch immer man es bezeichnet: es ist mehr als nur eine Position in einer Abteilung – es ist eine unaufhaltsame Entwicklung. Und daher bin ich völlig überzeugt, dass Punkt 4 schon in weniger als 10 Jahren Realität sein wird. Vielleicht nicht in KMU’s in Östereich, aber dieser Trend wird einer der Schlüsselpunkte zum Erfolg für Unternehmen sein.

  1. In zehn Jahren gibt es kein ‘vorgefertigtes” Fernsehen mehr in der heutigen Form. Die Menschen werden sich aus einer Vielzahl von Angeboten ihr eigenes Unterhaltungsprogramm zusammenstellen und dies auf unterschiedlichsten mobilen Geräten konsumieren.
  2. In zehn Jahren ist Werbung über Massenmedien nur noch eine Nische. Klassisches Marketing ist längst durch komplett personalisiertes Neuro-Marketing ersetzt. Marken müssen sich darauf einstellen, dass sie nur noch angefragt werden, selbst aber niemanden mehr belästigen dürfen.
  3. In zehn Jahren haben Massenkonsum und Materialismus als Selbstzweck und Statusgrundlage ausgedient und wurden ersetzt durch Erlebnisorientierung und Sinnstiftung. Status wird nicht mehr an Besitz, sondern an individueller Identität und Vernetzung mit anderen gemessen.
  4. In zehn Jahren gibt es keine Marketingabteilungen mehr. Die neue Schlüsselposition heißt “Customer Experience Management”, sie steuert die gesamte Beziehung zwischen Marke und Verbraucher. Dort läuft zusammen, was wir heute noch Marketing, Vertrieb, Kundenservice und IT nennen.
  5. In zehn Jahren sind Fertigprodukte und Massenmärkte verschwunden. Ersetzt wurden sie durch Produkte und Dienstleistungen, die hochgradig auf individuelle Charaktere und Lebenskonzepte zugeschnitten sind.
  6. In zehn Jahren sind stationärer Handel und Innenstadt-Kaufhäuser, wie wir sie kennen, ausgestorben. Einkaufen und Freizeit sind in Mega-Malls verschmolzen. Beratung erhält eine ganz neue Relevanz für das Verhältnis zwischen Marke, Produkt und Kunde.
  7. In zehn Jahren haben technische Geräte keine grafischen Bedienoberflächen mehr. Statische Menüstrukturen und Bedienelemente sind komplett abgelöst durch Gesten- und Sprachsteuerung. Auch dies ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur direkten neuronalen Steuerung von Geräten durch das menschliche Gehirn.
  8. In zehn Jahren haben sich viele Menschen RFID-Chips zur Identifizierung einpflanzen lassen. Von Digital-Signage-Terminals empfangen sie damit nur noch Informationen, die für sie individuell relevant sind.
Geschrieben in About | Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte seien Sie höflich und bleiben Sie beim Thema. Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht.