Epic 2015 – Evolving Personalised Information Construct

Eine dĂĽstere Prognose ĂĽber das Aus der NYT und einen beginnenden “News-War”. Das Video hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber die Vision scheint nicht unrealistisch. Warum denken die Zeitungsmacher nicht mal drĂĽber nach, wie es weiter gehen könnte? Die Entwicklung ist absehbar…

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Spät aber doch: das hab ich von der next08 mitgenommen

Hamburger Hafen

Man findet ja unzählige Reviews, Kommentare, Meinungen, Miesmachereien usw. über die next08 im Web. Für mich persönlich gabs keine großen AHA Erlebnisse (das erwarte ich von solchen Veranstaltungen auch nicht!). Dafür ein paar nette Gespräche (zum Beispiel mit Gregor, der unser Movable Type Ansprechpartner ist), einige sehr spannende Start-Up Präsentationen und viel Überblick über das, was in deutschen Unternehmen online grad so passiert. Außerdem waren da doch noch ein paar Vorträge, die mir hängen geblieben sind und leider einige interessante, die mir durch die Lappen gegangen sind. Gibt aber alles auf Video hier.

Was machen die deutschen Verlagshäuser?
Gespannt war ich auf die Diskussion zwischen Katharina Borchert von derwesten und Jochen Wegner von focus online. Leider gings weniger um Visionen und zukĂĽnfte Entwicklungen (der Moderator ist ständig auf dem Begriff “BĂĽrgerjournalismus” herum geritten – Katharina Borchert reagierte mies gelaunt darauf) – das fanden auch andere.

Trotzdem ein paar wichtige Facts, die ich mitgenommen habe (die Auflistung stammt zu einigen Teilen von einer nicht mehr auffindbaren Quelle – ich suche noch!)

  • Deutlich wurde dabei, wie wichtig das Community-Management im täglichen redaktionellen Flow inzwischen ist. Man ist im Dialog mit der Zielgruppe – und das quasi in Realtime!
  • notorischen Dauernörgler gibts halt
  • weitere Umstellungen in den redaktionallen Abläufen (Online First, Newsdesk etc.), die die Macher der Onlineangebote herausfordern.
  • FĂĽr Jochen Wegner gehört der Input von Seiten der User inzwischen zum Real-Estate eines modernen journalistischen Internetangebots. Katharina Borchert kann das nur bestätigen.
  • Ihre Erwartungen ob, wie und in welchem Umfang die Leser von DerWesten sich aktiv auf der Website einbringen wurden ĂĽbertroffen.
  • Zuhören was die User sagen, ernst nehmen was die Community bewegt, Moderator und Streitschlichter sein, all das gehört inzwischen zu den Aufgaben der Communitymanager in den Verlagen und das nicht 9 to 5, sondern 24/7, in realtime.
  • Es geht nicht darum den “Amateur”, den User, den Leser zum “(BĂĽrger)Journalisten” zu “erziehen”, sondern zusammen mit den neuen Medienprosumern zu lernen, wie man gemeinsam die Zukunft der Webangebote von Medienhäusern gestaltet.
  • bei derwesten und focus online reagieren die Redakteure auf Kommentare und zwar mit ihrem Redakteur-User! (das muss ich hier so anmerken, ist dies doch nicht so ĂĽblich)

Eine Zusammenfassung gibts auch hier.

Ein groĂźes Thema wird in Zukunft mobile Erreichbarkeit sein.

Der Markt für mobile Internetanwendungen ist sicher einer der spannendsten unserer Zeit, darin waren sich alle einig. Zwar ist das Wachstum enorm, aber die Nutzung ist lange noch nicht Mainstream. Drei Jahre werde das noch dauern, schätzte Matt Cohler von Google.

  • Der Markt fĂĽr mobile Internetanwendungen ist sicher einer der spannendsten unserer Zeit, darin waren sich alle einig. Zwar ist das Wachstum enorm, aber die Nutzung ist lange noch nicht Mainstream. Drei Jahre werde das noch dauern, schätzte Matt Cohler von Google.
  • Ideen zu lokalen Informationsdiensten oder eben die mobilen Connections zu anderen Usern der eigenen Community.
  • ĂĽber alle kanäle verfĂĽgbar (online & mobile) – wird sich erst durchsetzten, wenn fĂĽr die mobilfunkanbieter mit preiskonzepten kommen – zur zeit fĂĽr den kunden viel zu unĂĽbersichtlich;

Sehr spannender Vortrag von Steve Rubel – Visionen die ich durchaus teile! Hier gibts seine Präsentation.

Grundtenor: sich öffnen – sowohl fĂĽr User als auch fĂĽr andere Angebote (Stichwort: Widgets, Social Networks)
Es wird immer wichtiger, die User dort abzuholen, wo sie unterwegs sind (Stichwort: Integration)

Meine Conclusio: wir sind am richtigen Weg und mit unseren neuen Angeboten hinken wir nicht mehr hinter her sondern sind sind vorn dabei! Vor einigen Wochen habe ich einen interessanten Artikel auf onlinejournalismus.de gefunden (siehe unten), dessen Inhalte zum GroĂźteil in Hamburg (aus journalistischer Sicht) bestätigt wurden. Das ist die Schlagrichtung, in die wir mĂĽssen, damit wir mit unserem online Angebot erfolgreich sind. Zeigen wird sich dies ab Montag abend, wenn wir online gehen…

Was mir dazu noch einfällt: Mein “Manifest” fĂĽr online Redakteure (zusammengefaĂźt von onlinejournalismus.de)

  • wir onliner sind “sehr nah an den Leser dran”
  • wir “erhalten sehr viel stärker Publikumsreaktionen als viele andere Journalisten. Positiv wie negativ…”
  • “Aktualität im Minutentakt ist in vielen Online-Redaktionen nicht nur möglich, sondern Pflicht”
  • “Eine wichtige Meldung muss so schnell wie möglich auf die Seite.
  • Ist sie erst einmal veröffentlicht, wird der Text erweitert, mit
  • Bildern und zusätzlichen Informationen ergänzt – und ein paar
  • Stunden später womöglich schon wieder komplett umgeschrieben, weil sich die Nachrichtenlage geändert hat.”
  • Die Nutzer erwarten Aktualität“ – durch Nutzung der APA Meldungen (was ja passiert) soll dennoch Zeit fĂĽr eigene Geschichten bleiben
  • “…Denn online ist man nie fertig. Ein Artikel kann immer noch um eine kleine aktuelle Wendung, ein zusätzliches Bild oder eine peppigere Bildunterschrift ergänzt werden.”
  • “Fast in Echtzeit ist fĂĽr die Redakteure einsehbar, welche
  • Beiträge auf ihrer Seite von den Nutzern wie oft angeklickt werden…” (Stichwort Unfälle, je grauslicher desto besser…) FĂĽr weniger attraktive Beiträge ist die Clickrate eine gute Messlatte – wird ein Artikel wenig gelesen, kann man ihn immer noch verbessern -> ob die MaĂźnahmen fruchten, sieht der Redakteur sofort
  • „Online-Redakteure mĂĽssen sehr viel dichter schreiben als Print-Redakteure. Die Leser steigen viel leichter aus“
  • in kleinen Redaktionsteam sind Generalisten gefordert
  • „Das Bild des Journalisten wandelt sich. “
  • „Ältere Kollegen, die von der Zeitung kommen, bringen ihre Rechercherfahrung ein, während sich die jĂĽngeren Onliner um die Umsetzung fĂĽr die verschiedenen Medien kĂĽmmern.“

                                    
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