„Grande Finale“ am Kitzsteinhorn

Ideale Verhältnisse gabs gestern auf dem Kitzsteinhorn, dem einzigen Gletscherskigebiet Salzburgs. Obwohl sämtliche Pisten dank perfekter Präparierung sehr einladend wirkten, gabs für uns gestern nur eines – Freeriden pur! Dank dem Neuschnee von Donnerstag/Freitag, und der Tatsache, dass sich bis zu unserem Erscheinen offensichtlich noch keiner durch den hüfttiefen Schnee der Nordhänge des Kitzsteinhorns gekämpft hatte, erwarteten uns völlig unverspurte Abfahrten der Extraklasse.

Zum Einfahren und „Prüfen der Lage“ stiegen wir gleich zu Beginn nachfolgenden Hang hinauf und zogen die ersten Lines in den Hang, welchen ich bis gestern noch nie unverspurt erleben dufte…
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Nachdem sich die Bedingungen nordseitig tatsächlich als ideal herausstellten, wagten wir uns an das Horn selbst heran, und beschlossen eine Abfahrt von der Nordseite des Kitzsteinhorns, mit Start einige Höhenmeter über der Bergstation der Gondel. Auch hier waren wir (Mitti, Peda und ich) wieder die ersten, und durfen unsere Lines erneut in den unverbrauchten Powder zeichnen – wow!

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Um keine weitere Zeit zu verlieren gings gleich unter dem Horn ein zweites mal, diesmal dank unserer ersten Spuren deutlich weniger anstrengend, hoch zum Sattel unter dem Kitzsteinhorn, wo wir diesmal weiter östlich unberührten Schnee befahren durften.

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Dem nicht genug, entstand gedanklich bei einem gemütlichen Kaffe beim Volvo Ice Camp (sehr cooler, chilliger Sound und wirklich empfehlenswert), die Idee das Kitzsteinhorn vollständig zu besteigen und eine Abfahrt direkt vom Gipfel zu wagen. Wie werden die Verhältnisse oben sein? Eisig, Steinig? Finden wir die Richtige Linie nach unten?  Respekt war durchaus vorhanden, als wir aus der Gondel stiegen und uns Richtung Gipfel aufmachten.

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Am Startpunkt der ersten Horn-Abfahrt blieb Peda zurück, der leider ohne Rucksack und Helm unterwegs war – zu gefährlich. Mitti und ich fixierten unsere Ski an den Rucksäcken und machten uns Richtung Gipfel auf. Durch tiefen Schnee kämpften wir uns die teilweise 40° steile Flanke hoch bis zum 3203m hohen Gipfel des Kitzsteinhorns. Eine traumhafte Bergkulisse mit Großglockner, Großvenediger, usw. entschädigte alle Strapazen und darüber hinaus lag ja das Beste noch vor uns – die Abfahrt vom Kitz!

Vollgepumpt mit Adrenalin, der Puls war bestimmt jenseits der 180, startete Mitti mit dem ersten Schwung ins Ungewisse. Einige Steine im obersten Bereich und eine lockere, glücklicherweise nur sehr schwache Rutschschicht sorgten für eine etwas verhaltene Abfahrt im ersten Drittel (Tipp: einfach nach Rechts halten). Danach gabs jedoch kein Halten mehr. Auf einmal war alles so leicht. Schwung um Schwung, wo und wie wurde durch kleinere Felsen/Steine markiert, gings pfeilgerade nach unten, direkt auf Peda zu, der uns vom Gegenhang aus beobachtete.

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Der perfekte Skitag – mit „keiner, nicht notwendigen Pistenabfahrt“, jeder Menge Höhenmeter (und schmerzender Oberschenkel) und einer meiner genialsten Abfahrten bisher – endete zur Feier des Tages mit einem Weißbier…

Kitzsteinhorn, 25.04.2009:

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. dem ist nichts hinzuzufügen; wobei sich die frage nach dem nächsten projekt für 2009/2010 stellt…

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