Lissabon Marathon – eine Reise wert?

20141005-lissabonmarathon-5Mein Sportjahr 2014 hat mit einem – rein persönlich gesehen – tollen Skitouren-Ergebnis bei der Mountain Attack 2014 begonnen. – Was ist den läuferisch gesehen 2014 noch möglich, wenn ich bereits im Jänner beim Skitourenrennen eine tolle Performance bringen kann? Bereits während dem Zieleinlauf der Mountain Attack habe ich begonnen, erste Trailrunning-Pläne für die Sommersaison 2014 zu schmieden. Soll ich die Salomon 4 Trails wiederholen, mir einen Partner für den Teambewerb Salomon Transalpine Run suchen, den Wings for Live World Run packen oder – noch „weiter“ gedacht – einen ersten echten „Ultra Trailrun“ ins Auge fassen???
Leider kam alles anders als gedacht! Gegen Ende meines direkt auf die Mountain Attack folgenden Südamerika Aufenthaltes hatte ich mir einen einzelligen Parasiten eingefangen, welcher mich bis Ende März(!!!) körperlich – und sportlich gesehen sogar zu 100% – außer Gefecht gesetzt hatte. Mein Movescount Trainingskalender zeigte zwischen 16.01.2014 – 04.04.2014 exakt „0“ Trainingseinheiten an, und mein erster, extrem gemütlicher Lauf im April diesen Jahres verursachte einen mega Muskelkater über mehrere Tage hinweg. Die sportlichen Pläne mussten daher leider überdacht werden, und eigentlich stand nur „wieder fit werden“ im Vordergund!

Screen Shot 2014-10-15 at 23.04.07Der Weg zurück war vor allem mental gesehen ganz schön hart. Als ich aber gegen Ende Juli eine neue, persönliche Bestzeit am Untersberg, meinem Salzburger Hausberg, aufstellen konnte, war die Motivation wieder voll da. Urlaub hatte ich bis dahin auch noch keinen fixiert, so entstand die Idee, Urlaub & Sportevent zu kombinieren, und den Lissabon Marathon am 05.10.2014 in Portugal in Angriff zu nehmen. Meine Suunto Movescount Statistik verrät mir, dass ich ab April bis zum Start in Portugal etwas mehr als 1600km in den Beinen hatte, was einem Schnitt von 66 Wochenkilometern entspricht. Das passt ganz gut, da ich nur wenige Wochen mit mehr als 60km „geschafft“ habe. Man sieht sehr gut, dass ich mich Mitte August für das intensive, flache (=Kreisgröße) Marathontraining entschieden habe, und auf mein bevorzugtes, bergiges Terrain verzichtet habe.

20141005-lissabonmarathon-1-2Angereist am Freitag vor dem Marathon, fand ich an Lissabon mit ihrer überschaubare Altstadt und der Lage am Meer/Fluss sofort Gefallen. Die Beine wollten aber geschont werden, und daher hielt sich mein Citytour-Programm am Freitag/Samstag in Grenzen. Selbiges galt für die Marathon-Expo am Samstag, die eigentlich auch nur ein Highlight zu bieten hatte, nämlich das begehrte Zugticket für den frühmorgendlichen Zug nach Cascais zu ergattern. Der Lissabon Marathon ist nämlich kein Rundkurs, sondern startet in Cascais, einem Vorort von Lissabon, und folgt dem Meer/Fluss zurück ins Zentrum von Lissabon. Die genialen Blicke entlang der Strecke auf das offene Meer sowie die Bucht von Lissabon sind somit vorgezeichnet.
Screen Shot 2014-10-05 at 17.24.34 Generell bietet die Strecke einiges an Abwechslung. Gleich zu Beginn geht’s – für einen Marathon – mächtig bergauf, um sich danach leicht bergab schnell warmzulaufen. Nach etwa einem Kilometer sieht man das erste mal das Meer, welches bis ins Ziel ständiger Begleiter bleibt. Die zahlreichen langgezogenen Steigungen stehen jetzt zwar nicht gerade für eine schnelle Strecke, aber mir gefällt sie defintiv!

20141005-lissabonmarathon-8Am Renntag läutet der Wecker bereits um 05:30 Uhr exakt 3h vor dem Start. Der Grund ist einfach: Erstens liest man die 3h in jedem Marathonbuch (Frühstücken, Körper in Schwung bringen, etc.), und zweitens sollte man spätestens um 07:00 Uhr den Zug nach Cascais nehmen, um nicht zu spät im Startbereich anzukommen. Die Zugfahrt dauert nämlich gute 40 Minuten, und danach geht man inkl. Meerblick noch einige Minuten bis zum Startbereich.
20141005-lissabonmarathon-11Dort geht es – wie sollte es um diese Uhrzeit anders sein – sehr entspannt und ruhig zu. Eine kleine Laufbahn dient einigen zum Aufwärmen, die Wechselkleidung ist schnell abgegeben, nur die Anzahl der Dixi-Klos ist defintiv zu gering.
Bei meiner Anmeldung muss wohl mit dem Startblock etwas daneben gegangen sein, da ich dank Security nicht in den unter 3h Block darf. Eine Lösung ist aber schnell gefunden, und so kann ich doch relativ weit vorne die 42km in Angriff nehmen.

Auf den ersten Kilometern versuche ich meine geplante Geschwindigkeit/Pace einzuschlagen, merke aber schnell, dass ich durch die zahlreichen kleinen Hügel, und dem damit verbundenen Tempowechsel eher schneller unterwegs bin. Die Gruppenbildung ist durch das etwas „schwächere Läuferfeld“ auch nicht so einfach, und so verliere ich bei km12 meine letzten Mitstreiter und muss vorerst – begleitet von einem Radfahrer (hihi der war echt lustig) – alleine laufen. Genau zum richtigen Zeitpunkt bei km26 schaffe ich’s in eine kleine 5-Mann Gruppe. Sehr konstant und zielstrebig geht’s weiter Richtung Ziel. Dass drei portugiesische Mitstreiter einen „Plan“ haben, merke ich, als wir bei km34 von 2 Halbmarathonläufern „erwartet“ werden, die ab nun an die Pace machen. Genau richtig, da ab hier stetiger Gegenwind einsetzt. Allzulange hilft der Windschatten aber nicht, da „unsere Pacemaker“ immer langsamer werden, und die Gruppe ab km39 komplett zerfällt. Der langen Soloreise und dem gegen Ende hin böigen Wind Tribut zollend, bekomme leider auch ich Probleme, die Pace meines verblieben Mitstreiters (die restlichen Läufer mussten bereits vorher abreisen lassen) zu halten, und kämpfe mich die letzten drei Kilometer etwas „gebremster“ ins Ziel. Die Stimmung im Ziel ist großartig, anstelle von Kuchen und Co. wird in Lissabon jede Menge Eis verteilt. Mit 2:50:47h für die hügeligen 42 Kilometer hab ich mir das erfrischende Eis auch mehr als verdient ;)

Fazit: Großartiger Marathon, und Lissabon selbst ist sowieso immer eine Reise wert!!!
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