Fuschlseerunde extended – Mozart Senic55

Start Mozart Senic55

Die Runde um den wunderschönen Fuschlsee im Salzburger Flachgau hab ich seit meiner ersten Umrundung vor Jahren fest ins Herz geschlossen. Mittlerweile gehört die Fuschlseerunde – öfters auch mit einem kleinen Abstecher auf den Schober – fix zu meinen regelmäßigen Läufen. Da liegt es nahe, doch mal eine längere Runde um den See einzubauen, und beim Mozart100 – einem der schönsten Ultra Panoramaläufe Österreichs – an den Start zu gehen.

Der Mozart100, mit Start und Ziel am Salzburger Residenzplatz, zieht eine landschaftlich ansprechende 55km Schleife durch den Salzburger Flachgau bis nach Fuschl am See. Für den Mozart Senic100 muss die Strecke zweimal absolviert werden, der Senic55 kommt mit einer Runde aus. Meine Vorbereitung für den Grossglockner Ultra-Trail Ende Juli sieht zahlreiche lange Läufe vor. Nachdem diese alleine recht langweilig sind, bieten Rennen über diese Distanzen eine tolle Alternative. Nach dem Groggarun (57km), und meiner Teilnahme beim Hochkönigman 2015 (50km), passte der Mozart Senic55 ganz gut in meine Vorbereitung. Geplant war zwar eigentlich ein „langer, langsamer“ Trainingslauf, aber Racing ist eben anders und so wurde es ein hartes, aber extrem lässigs Rennen.

Der Startschuss fiel bei widrigen äußeren Bedingungen. Strömender Regen und Temperaturen um die 10° Celsius war wohl schuld, dass die Spitzengruppe um die beiden Favoriten, österreichs Berglauf-Ikone Markus Kröll und dem US Amerikaner Owen Bradley – der übrigens das gesamte Rennen „oben ohne“ lief – gleich zu Beginn ein Höllentempo einschlug. Nachdem ich ja langsamer geplant hatte, wollte ich ihnen nicht folgen, und lief die ersten, flachen Kilometer auf Rang 7 liegend mein eigenes Tempo. Auf den ersten Höhenmetern in der traumhaften Glasenbachklamm fühlten sich meine Beine richtig gut an. Ich konnte die Pace aus dem Flachen mitnehmen und überholte einige Läufer inklusive dem US Amerikaner. Am Ende des ersten langen Anstieges konnte ich die Gruppe mit Markus Kröll einholen, und verwarf meine Pläne – langsam zu laufen – endgültig. Im anschließenden Downhill konnte ich mich mit Markus Kröll etwas absetzen, und gemeinsam arbeiteten wir nun hart am „einholen“ des vor uns laufenden Führenden. Vollgepumpt mit Adrenalin – durfte ich schließlich mit einem meiner Berglauf-Idole den Fuschlsee umrunden – konnten wir bei Kilometer 35 die Führung übernehmen und wieder zurück Richtung Salzburg laufen. Bergauf merkte ich, dass Markus stärker war als ich, dafür hatte ich bergab die Nase vorn. Kilometer um Kilometer wurde in einem für mich Höllentempo – teils schneller als bei meinem bisher besten Marathon – absolviert. Als ich mich nach einer kleinen Schwächephase erneut an Markus ranarbeiten konnte, war klar, dass die Entscheidung am finalen 210hm Anstieg auf den Kapuzinerberg in der Stadt Salzburg fiel.

Mit letzten Reserven tat ich alles, um am Kapuzinerberg am mehrfachen Dolomitenmann Sieger (Berglaufeinzelsieg 2002)“ dranzubleiben“. Keine 10s trennten uns oben, und da wir uns im Downhill nicht völlig zerstören wollten, einigten wir uns auf einen gemeinsamen, siegreichen Zieleinlauf beim Mozart Senic55. Sieg geteilt, Freund gewonnen – passt ;)

Mozart Senic55

 

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. DANKE, lieber Bernd, für diesen besonders netten Bericht über Deinen Scenic 55!
    Großartige Leistung! Wäre schön, wenn wir Dich am 18.6.2016 wieder am Start sehen :-)

  2. Yeah, super Finish und geniale Performance Bernd!
    Da kann der Großglockner kommen.
    Ich drücke dir die Daumen!

Leave a Reply