Trailrunning am Karnischen Höhenweg

Der Karnische Höhenweg (Wege Nr. 403 und 03), ist ein Wanderweg in den Karnischen Alpen, der in weiten Teilen auf der Höhe des Karnischen Hauptkamms in mehrere Varianten entlang der Staatsgrenze zwischen Italien (Regionen Venetien und Friaul-Julisch Venetien) und Österreich(Bundesländer Tirol, genauer Osttirol, und Kärnten) verläuft. Er berührt neun Schutzhütten und hat eine Gesamtlänge von 155 km.
Quelle: Wikipedia

Der alpinistisch spannende Teilabschnitt des Karnischen Höhenweges von Sillian bis zum Plöckenpass schien mir mit gut 60km genau passend für eine ausgedehnte Trainingseinheit. Nachdem ich von diesem Abschnitt nur die Stecke von der Wolayer See-Hütte zur unteren Valentinalm kannte (=letzter Abschnitt meines Projektes), war etwas Recherche notwendig, um eine realistische Zeitplanung zu erhalten. Lt. Wanderführer sind 3-4 Tage von Sillian bis zum Plöckenpass einzuplanen. Einzelne Teilabschnitte (es liegen 8 Hütten am Weg) werden schon mal mit 8-9h angegeben. Diese langen Teilabschnitte, inkl. der Warnung stets ausreichend Wasser mitzuführen, liesen zeitaufwendiges, unwegsames Gelände vermuten. Es war also mit entsprechender Vorsicht (Gepäck, Zeitpolster) ans Werk zu gehen. So wollte ich mich strikt an die kürzeste und schnellste Variante des Karnischen Höhenweges halten, und auf kurze „Gipfeltouren“ mit zusätzlichen Höhenmetern verzichten.

Als Startpunkt wählte ich die 1944m hoch gelegenen Leckfeldalm, dadurch ersparte ich mir gegenüber einem Start direkt in Sillian gute 800hm und etwas mehr als 1h Zeit. Dank eines kleinen Navigationsfehlers bei der Anreise (nicht immer sollte man Google Maps trauen) konnte ich erst um 08:00 Uhr loslaufen. Die ersten Höhenmeter bis zur Sillianer Hütte konnte ich flott hinter mich bringen, und die angegebene Zeit annähernd auf ein Drittel reduzieren – schon mal ein Anhaltspunkt für die weiteren Abschnitte.

Ab der Sillianer Hütte schlägt das Herz eines Trailrunner’s höher, bewegt man sich doch dank aufgeladener Batterien leichtfüßig, ohne große Anstrengungen zwischen 2000 und 2600m Seehöhe und wird mit einem unglaublichen Panorama (Sextner Dolomiten im Süden, Alpen Hauptkamm im Norden) belohnt. Richtung Osten erkennt man immer wieder den Höhenweg, und kann einige der recherchierten Wegpunkte – zum Teil sehr, sehr weit entfernt – erkennen. Obstansersee Hütte und Filmoorhütte lasse ich links liegen und lege meine erste Pause gegen Mittag auf der Porzehütte ein. Gestärkt mit einem Teller Suppe mache ich mich nach gut 10 Minuten wieder auf, und nehme auf den „längsten“ Teilabschnitt zum Hochweisssteinhaus in Angriff.

Weiter motiviere ich ab jetzt mit Musik aus den Ohrstöbseln. Mystische Nebelschwaden begleiten mich zu Parov Stelar, Paul und Fritz Kalkbrenner auf den endlosen, menschenleeren Trails – HAMMER!!!

Nach weiteren 3:15h erreiche ich um 15:15 Uhr das Hochweisssteinhaus, wo ich erneut – diesmal auf eine Minestrone – zukehre. Meine Beine sind nun schon etwas gezeichnet, und dank eines etwas zu kleinen Schuh’s muss ich bergab mein gewohntes Tempo drosseln. Noch sind es gut 20km bis zum Plöckenpass wo Waltraud und Christina auf mich warten.

Der vorletzte Abschnitt führt zur Wolayersee Hütte, und stellt landschaftlich ein absolutes Highlight dar, ist man doch umringt von beeindruckenden, massiven Felsformationen. Dasselbe Bild zeigt der letzte Abschnitt vom Wolayersee zum Ziel meiner Expedition, der unteren Valentinalm am Plöckenpass, die ich schlussendlich nach 11:24h, 4123m im Aufstieg und 4812m im Abstieg  mit schmerzenden Füßen, müde aber in guter Verfassung erreiche.

Zahlen, Daten, Fakten:

Treuer Begleiter war meine Suunto Ambit2, mit der ich wie immer  auch die Navigation der 60km problemlos erledigte. GPS-Track Karnischer Höhenweg (Westlicher Teilabschnitt).

Wie bereits erwähnt, wurden es 4123m im Aufstieg und 4812m im Abstieg!

Karnischer Höhenweg, 31.08.2013

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