Trends in der Outdoor-Branche

In diesem Jahr hab ich es endlich auf die „Outdoor“ an den Bodensee geschafft! Die Messe ist etwas kleiner, überschaubarer und auch gemütlicher als ihr Winter-Bruder, die ISPO. Hauptthemen sind neben Wandern und Klettern auch Trendsportarten wie Slacklinen, diverse Wassersportarten sowie Camping und Outdoorausrüstung im allgemeinen. So ein Messetag ist immer recht anstrengend, da ich einerseits die großen Hersteller gerne abklapper um zu sehen, was sich Neues tut, andererseits aber gerade die kleinen, versteckten Stände oft witzige Neuigkeiten präsentieren. Ich habe wieder einen ganzen Pack an Infos mitgenommen und werde diese in den nächsten Tagen hier im Blog aufbereiten.

Trend 1: Green Shape

Einer der auffälligsten Trends der Branche ist in jedem Fall die „grüne Hoffnung“. Fast alle Hersteller positionieren sich mit ökologisch korrekten Produkten bzw. Produktionsweisen. Leichter und robuster wird also nun auch noch um den Aspekt der Wiederverwertbarkeit erweitert. Vaude kooperiert neuerdings mit dem Membran-Hersteller Sympatec. Unter dem Motto „Reduce, Re-use, Recycle“ entstand eine eigene Kollektion. Damit soll Vaudes ökologische Vison auch in Produkten sichtbar gemacht werden. Auch Ziener, bekannt mit seinen Handschuhen, setzt bei der Bikewear für 2011 auf die Kooperation mit Sympatec. Umweltbemühungen auch bei Lafuma. Bereits 33% der gesamten Produktpalette wird aus recycelten Stoffen und Materialien produziert. Der schwedische Hersteller Fjällräven entwickelt ein umweltfreundliches Eco Shell Material aus Recycling-Polyester, frei von umweltschädlichem Fluorkarbon. Zusätzlich wird Transport und Herstellung „klimakompensiert“. Patagonia, Mammut – die Liste läßt sich noch fortsetzen – an all diesen Ständen verfolgt einen das Thema. Wie gut, dass Norrona auf Nachhaltigkeit setzt und an der eigenen Membran-Entwicklung feilt. Die Jacken sollen einfach viel länger halten – sehr vernünftig gedacht, von den Norwegern.
Überhaupt stellt sich die Frage, inwieweit der Trend hin zu „grünen Produkten“ beim Konsumenten schon angekommen ist. Natürlich sind Natur- und Outdoor Freaks die erste Zielgruppe, die sich für die Belange der Umwelt interessieren. Allerdings scheint mir derzeit das ganze Spektakel eher von den Marketing-Abteilungen inszeniert zu werden, da Produktfeatures irgendwann an die Grenzen stoßen. Leichter und funktioneller können Jacken bald ja wirklich nicht mehr werden! Nur noch teurer…
Begeistert bin ich allerdings von den Onsight Equipment Bags aus umweltfreundlichem Material, die mal „anders“ aussehen. Die Diamond Sporttasche wär was für Bernd – dann müßte er nicht immer meine Northface Taschen „ausleihen“! Und noch eine coole Idee: Vaude bringt eine eigene „Waldkindergarten“ Kollektion auf den Markt. Hochfunktionelle Komplettausrüstung für die Outdoor-Konsumenten von morgen!

Trend 2: Outdoor-Klamotten im Alltag

Outdoor-Mode ist cool und wird nicht nur am Berg getragen sondern ist auch alltagstauglich geworden. Neue, junge Nischensportarten wie Slacklinen tragen dazu bei, dass auch die „Jungen“ sich für Outdoor begeistern. Funktionelle Bekleidung ist gefragt! Peak Performance hat schon lange sportliche Bekleidung im Programm. Andere Hersteller versuchen diesem Trend nun Rechnung zu tragen. Luftige Shorts aus schnell trocknendem Material, dünne Regenjacken für Großstadtmenschen gleichermaßen wie Bergläufer. Besonders die neue Kollektion von Maloja ist mir ins Auge gesprungen. Sehr, sehr witzige Designs wie karierte Hemden mit Shorts und Kombinationen mit Loden – sportlich und stylisch zugleich. Am liebsten hätte ich gleich den ganzen Stand abgeräumt! Die gesamte Kollektion (derzeit noch 2010) kann man Online über sportschrank.de ordern.

Trend 3: Extrem-Sportarten

Sehr auffallend ist, dass sich alle Hersteller dem Thema Trailrunning widmen. Und es ist tatsächlich nicht nur meine momentane Fixierung auf diese Sportart. Lafuma hat gleich von Schuhen über Bekleidung und Rucksack das Thema sehr zentral positioniert. Alle Schuh-Hersteller (Tecnica, Keen, Meindl u.ä.) haben Trailrunning-Schuhe im Sortiment und thematisieren „Speed Hiking“. Salewa biete eine eigene Bekleidungslinie für Bergläufer, ultraleichte Karbon-Stöcke von Black Diamond (Ultra Distance) wiegen nur noch 270g und auch bei der Terrex Hybrid Jacke von Adidas spielt das Gewicht (320g -Damenmodel, 380g Herrenmodel) eine Rolle. Unterschiedliche Materialien die an die Temperaturzonen des Körpers angepasst wurden, zeichnen diese neue Entwicklung von Adidas aus.

Einige Eindrücke von der Messe (all Fotos by christina)

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