Klettersteig für Anfänger und neue Rekorde am Lago di Garda

IMG_1397Das jährliche „Trainings-Weekend“ am Gardasee zeichnete sich in diesem Jahr durch (persönliche) Rekorde aus.

Da wäre einmal mein persönlicher Höhenrekord: Die Ochsentour auf den Altissimo hatte ich mir bis dato gespart. Eine elendslange Asphaltstraße mit Steigungen bis 20% haben mich nicht so recht gereizt. Dazu Downhills, die für mich Angsthasen vermutlich zu wild sind – eine Kombi, die ich immer links liegen gelassen habe. Da ich aber an diversen Bike-Projekten tüftle, muss ich Höhenmeter machen! Wie es der Zufall so will, ist auch mein sportlicher Arbeitskollege am Gardasee und ich häng mich an seine ausdauernde Radlrunde dran. Bis 1200Hm gehts locker dahin, auch wenn die Temperaturen wirklich enorm sind. So viel geschwitzt hab ich schon lang nicht mehr! Irgendwann kommt er dann aber doch, der Mann mit dem Hammer! Meine Haxen wollen nicht mehr, mein Kopf auch nicht. Bei 1500Hm geb ich w.o und lass die Männer ihre Bikes ohne mich 300Hm hinauf schleppen. Den Schnee schau ich mir aus der Ferne an und düse lieber mit einem fetten, stolzen Grinser im Gesicht Richtung See. So viele Höhenmeter an einem Tag am Bike hab ich noch hinauf getreten!

Tags darauf schlürfe ich zwar mit schweren Beinen und einem schmerzenden Hinterteil herum, jammern und rasten gibts jedoch nicht! Neben Biken steht auch Annes Leidenschaft am Programm: Klettersteig gehen. Für meinen Einstieg (und vor allem meine Höhenangst) hat sie einen super einfachen Klettersteig ausgesucht. Was es am Gardasee heißt, leicht zu erreichende, „Familien“-Klettersteige zu gehen, stelle ich gleich beim Einstieg fest. Jeder, der auch nur irgendwie den Berg hinauf kommt, reiht sich in die Menschenschlange an der Wand ober Arco ein. Die Sonne knallt auf den Felsen, das Klacksen der ein- und aushängenden Karabiner hallt über den Hang und ich frag mich, was ich da mache. Schnelligkeit und Leichtigkeit gibts hier tatsächlich nicht. Aber es ist auch ganz gut so, denn so gewöhne ich mich an die „Ausrüstung“ und an einigen Stellen bin ich dann doch froh, sicher am Seil zu hängen. Zum Glück sind wir so spät dran, dass wir am Ende recht einsam zum Kreuz hinauf gehP1050022en und die geniale Aussicht genießen können.

Dann wären da noch Temperatur-Rekordwerte um die 38 Grad. Weil ich richtig motiviert für mehr bin und die Hitze am Montag einen Höhepunkt erreicht, entscheide ich mich gegen eine Biketour und für einen weiteren Anfänger Klettersteig. Anne hat eine erfrischende Schlucht (Ferrata 
Rio Sallagoni) ausgesucht und statt zum Castello Dro mit dem Radl zu fahren, kraxel ich diesmal durch die Schlucht die 300 Höhenmeter hinauf. Richtig spektakuläre Ein- und Aussichten bietet diese Tour! Ob der leichte Schwindel vom Wein am Vorabend stammte oder doch von den luftigen Eisen und der Warterei in der Schlucht – ich hab keine Ahnung. Konditionell und technisch meisterte ich die Passagen zügig und recht sicher, allerdings, wie so oft bei Anfänger-Touren, bremst die „Masse“ der vermeintlichen Klettere die Freude doch ein bisschen. Zum Teil bekommt man Angst, wenn man vor sich zitternde Knie sichtet, käseweiße Gesichter und Arme, die sich an die Seile klammern. Die Tour ist jedoch super für mich und das Gefühl, dass ich mich locker, step by step, in schwierigeres Gelände wagen kann, ist auch da. Und dann wirds auch wieder richtig lässig – so ganz ohne die „Masse“! #enjoynature

Übrigens hat mein Salomon S-Lab Sense Ultra die Bergschuh-Fraktion wieder mal blass aussehen lassen! Top Grip, leicht und bei jedem Tritt ein sicheres Gefühl – definitiv ein sehr treuer Begleiter, der vielseitig einsetzbar ist!

Fotos, Torbole, Gardasee 6.-9.Juni 2014


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