Die Qual der Wahl

Immer wenn ich mein Auto am Parkplatz eines Skiliftes abstelle, drängt sich unausweichlich die Frage der Skiwahl auf. Soll ich meinen langen RTL Rennski, den kurzen, aggressiven Slalomski oder doch den gemütlichen Allroundski aus dem Skisack nehmen? Welcher Ski ist für die aktuellen Verhältnisse ideal? Wie sieht’s mit meiner Physis aus – hab ich überhaupt die Kraft für den kurzen? Fragen über Fragen, die sich stets auftun und die immer wieder auf’s Neue beantwortet werden müssen. Um eine bessere Entscheidungsbasis zu haben, stand heute wieder einmal ein intensiver Skitest am Programm. Bereits um 08:30 Uhr schleppte ich meine Ausrüstung (siehe Foto) zum Lift am Fanningberg, welcher sich heute erneut von seiner besten Seite präsentierte. Keine Wolke am Himmel, die Pistenpräparation erste Klasse und die Temperaturen mit -2° bzw. -9° (Berg) auch schwer okay. Nachdem ich die Bindung des neu in meinem Portfolio vorhandenen Fischer Skis an mein Gewicht sowie meine Skischuhe angepasst hatte, ging’s um 08:55 mit einer der ersten Gondeln bergwärts.

  • FISCHER RC4 WORLDCUP GS (orig. Rennski; Modell 06/07; 180cm)

fischer

Wie ich es auch drehe und wende, auf der Piste gibt’s halt nichts Besseres als einen original Rennski mit klassischem Sandwich Aufbau. Der Fischer besticht durch extreme Laufruhe und Spurtreue. Hat man den Ski erst mal auf die Kante gebracht geht’s zielstrebig und ohne „Wenn und Aber“ im vorgegebenen Radius (>21m laut FIS Regeln) um die Kurve. Da er für einen Riesentorlauf Ski (GS) mit seinen 180cm relativ kurz ausgefallen ist (der Ski stammt von einer Nachwuchsrennläuferin), ist er nicht ganz so „fad“ wie mein Blizzard und kann bei langsamen oder auch bei sehr engen Kurven punkten. Der Kantengriff ist, wie sollte es auch anders sein, phänomenal und „gehen“ tut er sowieso wie die „Feuerwehr“. Ins Gelände ging’s mit dem Fischer nicht, aber dort gibt’s sowieso bessere Alternativen.

Einsatzgebiet: Rennsport (GS); Breite, bestens präparierte Pisten; Bsp: Fanningberg, Hinterglemm – Zwölferkogel WM Abfahrt, Mölltaler Gletscher, Kitzsteinhorn, Reiteralm, Schladming,…

Fazit: Ein toller Ski für die Piste, der durch seine Länge schon mal missbraucht werden kann

  • BLIZZARD GS MAGNESIUM (orig. Rennski; Modell 06/07; 189cm)

blizzard

Über ein Jahr hab ich den GS Magnesium jetzt schon im Portfolio und greife auch immer wieder gerne auf ihn zurück. Immer wenn es nicht ins Gelände geht, und breite, übersichtliche Pisten vorhanden sind, ist der Blizzard die erste Wahl. Bei den Facts kann man den Blizzard 1:1 mit dem Fischer vergleichen, Laufruhe, Spurtreue und Kantengriff sind erste Klasse. Durch seine 189cm ist er noch ruhiger als der Fischer und das „Arbeitsgerät“ für schnelle Abfahrten.

Einsatzgebiet: Rennsport (GS); breite, bestens präparierte, übersichtliche Pisten; Bsp: Fanningberg, Hinterglemm – Zwölferkogel WM Abfahrt, Mölltaler Gletscher, Kitzsteinhorn, Reiteralm, Schladming;

Fazit: Perfekter Ski für schnelle, langezogende Schwünge

  • ATOMIC RACE SL (orig. Rennski; Modell 06/07; 165 cm)

atomic

Seit längerer Zeit bin ich gestern wieder einmal den „kurzen Slalom König“ gefahren. Der SL ist mit Sicherheit der Ski, der am meisten polarisiert. Unglaublich agil, wendig und beim Kantengriff sowieso – vorallem auf Eis – unschlagbar. Waren die ersten Schwünge durch den engen Radius (12m) noch ungewohnt, kam ich mit fortlaufender Dauer nur noch ins Schwärmen, Jodeln, usw. Vorrausetzung ist natürlich, dass man nicht zu schnell unterwegs ist und jeden!!! Schwung richtig carved. Für’s „Dahinreiten“ wurde dieser Ski sicher nicht produziert. Hier lässt sich auch schon das Problem erkennen – der SL muss ständig aktiv gefahren werden und kostet durch seinen steifen Aufbau enorm viel Kraft.

Einsatzgebiet: eisige, harte Pisten; für’s Gelände ist der SL eindeutig zu hart.

Fazit: Ein Ski für kurze, kraftraubende Radien, wobei man bei jedem Schwung durch die enorme Beschleunigung aus der Kurve regelrecht katapultiert wird. Macht – solange Kraft vorhanden – unglaublich viel Spaß

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