Schladming, Steiermoark

In meiner neuen Funktion als Gastkommentator darf ich von einem Schitag in Schladming berichten. Als ebenso bekannter wie bekennender Frühaufsteher war ich schon kurz nach 8 am Parkplatz und konnte mir so eine unverschämt gute Ausgangsposition gefühlte 10m neben der Talstation sichern, was beim Gewicht meiner Schi (Atomic Super Cross SX11, soviel Genauigkeit ist man sich wohl schuldig in einem Schiblog, keine Ahnung wer sowas liest) und meiner Kondition einen echten Vorteil bedeutet. Überrascht hat mich die Anzahl an Schifahrern, die um diese Zeit schon aufgeputzt wie ein Christbaum vor dem Eingang warten, und nein, es waren nicht nur Deutsche.

Mir blieb genügend Zeit, das Quartier von M. und R. aus G. und hier vor allem das Frühstücksbuffet ausführlich zu inspizieren. Hier war wenig zu beanstanden, alles tiptop sauber und ordentlich, straff geführt mit der nötigen Strenge dem Gast gegenüber (die Begrüßung der Quartierfrau war ein knappes „de Schuach owa sehr sehr guat obputzn!“).

Erwähnenswert ist auch ein spezieller Service, den es dank einem heimischen Mobilfunkanbieter (dessen Name mit 3 beginnt) bei der Gondel gibt: Wer in der Talstation ein Formular mit allen, aber wirklich allen seinen persönlichen Daten ausfüllt, bekommt in der Mittelstation eine halbvolle Plastik-Schnabeltasse mit Kaffee. M. kam so zu einem zusätzlichen Capuccino und war sichtlich beeindruckt von der dahintersteckenden Logistik, was ihn aber keinesfalls davon abhielt, uns die restliche Gondelfahrt capuccinotrinkend einen Vortrag über die Vorzüge seines Mobilfunkanbieters (dessen Name mit A beginnt) zu halten.

Mittlerweile war ich auch ohne weitere Hilfsmittel aufgewacht, wozu aber die Sonne und guten Schneeverhältnisse sicherlich das ihre beigetragen hatten. Zwischendurch konnte ich meinem Auftrag als Schitester nachkommen, indem ich mit M. Schi tauschte (Atomic SL9), was nach ausgiebigen Testreihen in der Erkenntnis gipfelte, dass ein schwererer Schi bei höheren Tempi stabiler ist, ein Slalomschi dafür aber leichter dreht und Schifahren ganz allgemein ziemlich viel Spaß macht.

Zeit einzukehren und eine Gulaschsuppe zu testen. Auf der Schmiedhütte schon um faire € 3,60 zu haben, wobei ich die Variante Hüttensuppe (zusätzlich mit Würschtl, Bohnen, Semmerl und extra Tabasco um € 4,10) vorzog, an der man dank der Bohnen noch länger seine Freude hat. M. hatte dabei das Glück, durch rücksichtsloses Vordrängen den 100. Kassenbon zu bekommen, was wahlweise mit einem Schnapsl oder einem Schokolad belohnt wird.

Einen stilvollen Ausklang fand der Schitag in der Tenne, wo wir nicht davor zurückschreckten, im angrenzenden Mäk Planai einen Apfelstrudel mit Vanillesauce zu testen (€2,00 für den Strudel, 1,50 für die Sauce und geschmacklich überraschend gut). Besonders hervorgehoben muss hier die Geschwindigkeit der Bedienung, die zur gesamten Stimmung im Lokal passt und fast schon als meditativ bezeichnet werden kann. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass man hier dem Personal der angrenzenden Tenne ein therapeutisches Ausgedinge bietet, um das unvermeidliche Burnout nach einigen Jahren im Après-Ski-Service zu kurieren. In der Zwischenzeit hatte R. sogar schon Zeitvertreib in Form von zwei Schihasen gefunden, die allerdings anständigerweise sofort den Tisch verließen, sobald M. und ich zurückkamen. Sonst gibt es zur Tenne wenig zu sagen, außer dass zumindest an dem Tag ein auffallender Männerüberhang auf die Stimmung drückte und die Liveband klang wie eine Hüttenmix-CD. Sehr professionell also.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Dank an Martin für seinen lässigen Gastbeitrag!

    Auch ohne Abkürzung der Namen hätte ich den Kollegen M. alleine an der Beschreibung erkannt… ;)

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