Watzmannüberschreitung 2011 – eine spontane Entscheidung


Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Genau nach diesem Motto ist mein Testlauf auf den Watzmann vergangenen Freitag verlaufen. Als Vorbereitung für den Dolomitenmann hatte ich einen Testlauf von der Wimbachbrücke auf das Hocheck, dem ersten der drei Watzmanngipfel, und wieder retour geplant. An die Überschreitung hatte ich wegen meiner späten Startzeit (14:30 Uhr), sowie der Wettervorhersage (Wind!) erst gar nicht gedacht, stehen bei der Überschreitung doch 2400hm, 22km, und von denen wiederrum 3km über den ausgesetzten Grad mit Kletterpassagen, am Programm.

Also bin ich mit meiner leichtesten Salomon Ausrüstung (SLAB4 Schuhe, Windjacke, 1,3l Trinkrucksack) losgelaufen. Bis zum Watzmannhaus (1200hm) konnte ich bis auf einige kurze Passagen noch problemlos laufen, danach stellte ich auf schnelles Gehen um. Am Hocheck angekommen, hockte ich mich gemütlich hin, genoss gleich alle zwei Powerriegel, und fütterte auch noch die Bergdohlen mit dem Rest. Dabei fiel mir auf, dass das Wetter erstaunlich stabil, und auch der vorhergesagte Wind nicht zu spüren war. Bis auf die Tatsache, dass es bereits nach 17:00 Uhr war, herrschten ideale Bedingungen für die Überschreitung. Ein Bergsteiger der vor mir am Hocheck angekommen war, meinte er ginge noch weiter bis zur Mittelspitze, und wieder retour zum Watzmannhaus. Hmm, wenn er auch noch zur Mittelspitze geht – soll ich dann die Überschreitung wagen? Oder besser nicht?

Ein Blick auf mein Handy – kein Empfang… Grrr, gerne hätte ich Christina über meine Vorhaben informiert. Mit einem „leicht“ schlechten Gewissen startete ich schlussendlich doch die Überschreitung. Die Kletterei verlief problemlos, auf der Südspitze begrüßte mich sogar ein Steinbock, und auch über die Schotterriesen zeigte mein SLAB4 seine Stärken – Vollspeed! Lediglich meine Wasserreserven gingen bereits auf der Mittelspitze zu Ende, und so war’s ein langer, langer Weg bis zur ersten Schutzhütte im Wimbachtal. Eine „Maß Apfelsaft“ half gehörig weiter, und so erreichte ich geschafft, aber überglücklich die Wimbachbrücke nach gut 5h (Netto, ohne die Bedenkzeit am Hocheck in 4:40h) wieder.

Ich würd mal meinen, ein perfektes Workout am Nachmittag:

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