St. Anton am Arlberg, Valluga, Schindlerspitze, Galzig und Co.

Nach zwei lässigen Tagen in Lech am Arlberg stand zum Abschluss unseres Arlberg Wochenendes ein Besuch in St. Anton am Programm. Eigentlich wollten wir einfach am Rückweg von Lech nach Salzburg mit dem Auto einen Stop in St. Anton einlegen, aber zwei klirrende Nächte um die -30° setzten nicht nur anderen Autos gehörig zu, auch unser Gefährt verweigerte früh morgens den Dienst. Dank Christina, die es mit ihrem Charme trotz seitenweiser Warteliste des lokalen Pannendienstes schaffte, unser Auto nach nur 10min in die Lecher-Tiefgarage zum Auftauen schleppen zu lassen, ging es nur wenig später per Skibus nach St. Anton. Weiterlesen →

Sturmtief „Andrea“ – It’s Dumping in Europe!

Erste Berichte tauchten vor knapp einer Woche im Internet auf. Ein „Powder-Alert“ nach dem anderen wurde über diverse Kanäle verteilt, und erste Schneeprognosen zeigten nicht die üblichen grünen bzw. orangen Flecken (10-15cm Neuschnee), sondern färbten den gesamten Alpenraum in blau, violett,  ja sogar gelb (70cm) ein! Bis zu 50cm täglich wurden für bestimmte Gebiete prognostiziert. Meinen ersten Gedanken „WOW, lässig“ folgte sofort die Frage „Stimmt das wirklich, oder revidieren unsere Wetterfrösche Tag für Tag ihre Vorhersagen nach unten“? Weiterlesen →

Freeride Filme am laufenden Band in Salzburg

Heute Abend werden gleich zwei heimische Freeride-Filmproduktionen in Salzburg im SN Saal (19 Uhr) gezeigt.

Mit „UP and DOWN“ haben die drei Freeskier Matthias Haunholder, Sascha Schmid und Matthias Mayr, in Zusammenarbeit mit Greenhornfilms einen etwas anderen Freeski-Film produziert.

Der Film zeigt, wie man die Ausgangspunkte der Lines erreichen kann. Vom Ski-Doo über Lift bis hin zu Flugzeug und Helikopter ist den Freeridern jedes Fortbewegungsmittel recht. Doch die ursprünglichste aller Fortbewegungsarten, der ordinäre Fußmarsch, bleibt natürlich das zentrale Thema.

„UP and DOWN“ ist mit Sicherheit ein Freeski – Movie der anderen Art, der nicht mit Action spart und darüber hinaus jede Menge interessanter Infos bereithält.

„As We Are“, der zweite Film, ist ein Projekt von Sandra Lahnsteiner, die mit einer Truppe Mädls deren Heimatspots einen Winter lang erkundete.

Wir sind heute leider nicht dabei, aber die Filme gibts auch auf DVD und wer Interesse daran hat, einfach bei mir melden!

Mölltaler Gletscher – den besten Powder gibt’s zur Zeit im Süden!

Der gestrige Regentag wurde für ein intensives Wetter-, Schneeprognosen- und Lawinensituations-Studium genutzt, um für heute ein Skigebiet mit ausreichend Powder auszuwählen. Lange mussten wir nicht nachdenken, liegt doch der Mölltaler Gletscher aktuell mit über 240cm auf Platz 3 im Top Schneehöhen Ranking, und wurden für heute Sonnenschein sowie 60cm Neuschnee prognostiziert.

Mit der Befürchtung die besten Lines bereits verpasst zu haben, nahmen wir den zweiten Gletscher Express des Tages um 09:00 Uhr. Wir staunten nicht schlecht, als wir oben feststellten, dass die Gratbahn „Gletscher Jet“ aufgrund von Präparierungsarbeiten noch still stand. Die unverspurten Hänge warteten also noch auf uns. Eindeutig ein etwas verspätetes Weihnachtsgeschenk!!!

P1060124

Immer die Präparierungsarbeiten im Auge, gabs einige herrliche, steile Powder-Abfahrten zur Mittelstation, ehe wir es doch nicht mehr aushielten und uns unter die bereits stattlich angewachsene Menge der auf die Öffnung des Gletscher Jets wartenden Powderverrückten mischten. Keine 5 Minuten später saßen wir am Lift, der uns auf 3100m und zum bisher besten Powder der Saison brachte. Was folgte lässt sich nicht in Worte fassen!

P1060149

Eine gute Stunde später war der gesamte Südhang im Gletscherbereich verspurt und nach einer Stärkung folgten weitere, sowie auch ausgefallenere, sprich mit Aufstieg verbundene Lines. Nachdem ich schon seit längerem unbedingt bei Neuschnee den Mölltaler Gletscher aufsuchen wollte, war’s heute endlich soweit. DANKE Mutter Natur!

Mölltaler Gletscher, 26.12.2009

Freeriden am Dachstein – „Steil, steiler, am steilsten???“

Mit „Steil, steiler, am steilsten“ werden die Steilabfahrten an den Südflanken des Dachsteingebirges beworben. Egal ob Edelgrieß, Schwadrinn, Fluderrinn, Gamsfeld oder die Trainingstour am Kleinen Gjaidstein – alle weisen einen Neigungswinkel von ca. 45 Grad auf, was einem Gefälle von 100% entspricht! Nachdem ich es den ganzen Winter nicht geschafft habe, den Dachstein zu besuchen, haben Mitti und ich uns heute kurzfristig auf Grund der guten Wetter- und Firnverhältnisse entschieden eine „erste Erkundungstour“ auf den Dachstein vorzunehmen.

100% Gefälle – geht das? Sind 45 Grad fahrbar oder hüpft man nur noch durch die Rinnen? Wie felsig bzw. wie gefährlich ist das Terrain? Wie kommen wir mit der Orientierung zu recht und schaffen die immer wieder notwendigen, richtigen Ausfahrten? Zum Glück gibts ja die Trainingstour am Kleinen Gjaidstein, die wir gleich zu Beginn aufsuchen, um unser Können zu testen.

Um sich für die Steilabfahrten fit zu machen, findet man in unmittelbarer Nähe des Schladminger Doppel-Schleppliftes das perfekte Übungsgelände. Tourenbeschreibung für den Steilheits-Test: Von der Bergstation des Schladminger Doppel-Schleppliftes fährt man links der Lifttrasse zum Gjaidstein-Sattel mit der kleinen Bergrettungs-Hütte. Über den flachen Felsgrad des kleinen Gjaidsteins steigt man einige Minuten bergauf, bis eine Einfahrt in die steile (45 Grad = 100%) Südostflanke möglich ist. Der zirka 300 Meter lange Steilhang endet direkt an der Talstation des Schladminger Doppel-Schleppliftes. Hier kann jeder sein Steilwandkönnen testen, ehe man sich in die gefährlichen Steilwände wagt.

Leider mit wenig Erfolg, da ich gleich zu Beginn einen heftigen Abflug zu verbuchen hatte… Egal – weiter zur Austriascharte (sehr cooler Zustieg über eine Leiter und durch einen kurzen Tunnel) zum ersten Edelgrieß Run.

Das „Edelgries“, ein breites Kar zwischen Türlspitz und Gamsfeldspitz, ist die beliebteste Skiabfahrt vom Gletscher in die Ramsau. Schwung um Schwung in den Schnee zeichnen – kilometerlang! Die umgebende Felskulisse macht dabei jede Rast zum ehrfurchtsvollen Staunen.

Für ideale Firnverhältnisse wars leider noch etwas zu früh, weswegen wir mit harten Bedingungen (Waschrumpel) konfrontiert wurden, die sich aber beim zweiten bzw. dritten Run deutlich besserten. Edelgrieß – eine Traumhafte, lange Abfahrt, die viel Platz für Varianten und Experimente bietet, nicht wirklich ausgesetzt, allerdings ist auf sichere Lawinenverhältnisse zu achten.

Die Schwadrinn direkt unter der Dachstein Gletscherbahn (siehe Foto ganz oben), ebenfalls um die 45 Grad steil, jedoch mit einigen Felsen und Felsabbrüchen versehen, bringt einen schon deutlich mehr ins „mentale Schwitzen“.

Die »Schwadrinn« bezeichnet das breite Kar direkt unter der Dachstein-Gletscher-Bahn. Die Einfahrten in dieses Kar sind extrem steil… Nachmittags bieten vor allem die Westhänge noch guten Firnschnee. Eine direkte Ausfahrt aus der Schwadrinn ist durch 2 Felsbarrieren versperrt. Rechts haltend (Scheiblingstein) auf eine kleine, markante Scharte zusteuern, welche einen Übergang in Richtung Südwandhütte ermöglicht. Unter den Felswänden, entlang des Südwandhüttenweges quert man das Steinfeld Richtung Talstation. Diese Tour ist für Geübte in ca. 1,5 Stunden zu machen und endet direkt an der Talstatiotion der Gletscherbahn.

Nachdem wir die Rinne zweimal mit der Seilbahn bzw. von oben besichtig hatten, unsere Bedenken wegen eines kleinen, schneefreien Felsbandes im unteren Drittelt der Rinne einfach ignorierten, zogen wir die ersten Schwünge ins extrem steile Gelände. Wir hatten lange genug (zum Glück nicht zu lange) gewartet, und fanden ideale Firnverhältnisse vor.

Die Schwadrinn ist eine lässige, im oberen Teil extrem steile, und nicht zu unterschätzende Abfahrt, die bei ausreichend Powder auch einiges an Sprüngen bieten dürfte. Vorrausgesetzt Schnee und Lawinensituation erlauben die Einfahrt.

Sowohl die Schwadrinn, als auch die weiteren Varianten an der Südflanke des Dachsteins müssen wohl im kommenden Winter genauer evaluiert werden. Mit oder ohne „Salzburger Superskicard“, die ich heute vergessen hatte und nicht ersetzt bekommen hatte. Bei einem Preis von 555 EUR könnte man doch von einem besseren Kundenservice ausgehen. Aber laut AGBs gibts keinen Ersatz für vergessen SSSCs… egal, war trotzdem ein genialer Tag am Dachstein ;)

Dachstein, 15.04.2009