Buenos Aires unterschiedliche Gesichter – mit dem Bike durch die Barrios

Biking, the southamerican style

Biking, the south-american experience

Wer mich kennt weiß, dass ich Städte gerne per Pedes erkunde und stundenlang durch unterschiedliche Gassen mit mehr oder weniger Plan laufe. Die nähere Umgebung meiner WG habe ich bereits durch. Heute habe ich den Umkreis dank Tracey mittels Bike wesentlich erweitert.


Über „Connecting Worlds Argentina“, jene Agency die mir auch den Spanisch Kurs und die WG organisiert haben, habe ich Tracey kennen gelernt. Sie ist eine britische Journalistin, die seit mehreren Jahren in Buenos Aires lebt und die Stadt ganz offensichtlich liebt. Erfinderisch wie die Argentinier so sind wenn es darum geht, Geld zu verdienen, bietet sie individuelles Guiding für Mädls, die alleine in die Stadt kommen. Tango Kurs, Tipps für die besten Bars, ein Ausflug auf eine Gaucho Ranch – oder eben eine Biketour – das alles kann man mit einem Local erkunden. So fühlt es sich auch nicht an wie eine Touri-Führung sondern eher wie wenn man mit einem Freund unterwegs ist.

Mit dem Fahrrad ist man hier eigentlich gar nicht schlecht unterwegs! Einerseits zwar eigentlich irre, wenn man auf 8-spurigen Straßen herum radelt, den Staub und Russ der Busse einatmet, aber andererseits fühlt sich das auch richtig nach Südamerika an. Von den noblen Wohngegenden in Belgrano mit Hochhäusern, sauberen breiten Gehsteigen, über die unendlich scheinenden Parkanlage neben Palermo, Golfplatz inklusive – alles innerhalb weniger Meter! Vorm Hipodromo, der Pferderennbahn stehen die Mercedes, einige Strassen weiter stehen Schlangen von Menschen und warten auf den Einstieg in die 30 Jahre alten Busse die sie hinaus in die Provinzen bringen. Arm und Reich – das liegt hier grad mal von einer Straße getrennt neben einander. Die schachbrettförmig aufgebauten Straßenzüge machen es möglich, dass man von einer breiten Avenida mit noblen Geschäften plötzlich in einer schmallen Calle endet, auf der geklaute Smartphones verkauft werden, endet. Eine nette Wohngegend kann nur wenige Schritte von einer stark befahrenen Straße entfernt liegen. Obwohl Buenos Aires am Tigre Flussdelta liegt, ist das Wasser von der Stadt aus nirgends sichtbar. Es gibt auch keinerlei Erhöhungen, die das Capital Federal, also den eigentlich Stadtkern von Buenos Aires, sichtbar macht. Fließend ist der Übergang in die gleichnamige Provinz, die sich in alle Richtungen herum ausdehnt.

Mate and typical sweets

Mate and typical sweets

Zum Abschluss der 4-stündigen Bike Tour gibts für mich einen Höhepunkt: meinen ersten richtigen Mate Tee (der heilige Gral der Argentinier!). Das klingt nicht nur nach ritueller Einführung, es ist auch genau das! Alleine die Zubereitung mit der richtigen Wassertemperatur, der „richtigen“ Mate Mischung, dem Trinkgefäß (aus Holz, Keramik etc.) ist eine Wissenschaft für sich. Argentinier haben immer eine Kanne heisses Wasser dabei und nuckln ständig an dem stark koffeinhaltigen Getränk. Dass dieser Trunk „Energie“ gibt merke ich gerade – denn ich fühle mich wie nach 10 Kaffee wie ein Duracel Häschen.
Zum Mate gibts Gepäck in verschiedenen Varianten – von salzig bis süß. In jedem Fall wird diese Kombi typischerweise zwischen 16 und 19 Uhr genossen. Denn das Abendessen findet hier erst ab 22 Uhr statt. Noch so eine Eigenheit… mehr dazu später, denn für einen ausführlichen Bericht muss ich erst mein erstes argentinisches Steak verspeisen. Stay tuned!

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