Im Galopp durch die argentinische Schweiz in Bariloche

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Seit den Ochsentouren, pardon, den Trekking-Touren in Patagonien, habe ich ein massives Problem mit den Sehnen. Mein Schienbein tut weh, dass ich nach längeren Spaziergängen (!!) jaulen könnte. Dabei ist grad Bariloche ein herrliches Wandergebiet, eben wie bei uns daheim. Die Berge fangen hinter meiner Wohnung an – ideal eigentlich. Aber es hilft nix, mein Hax will eben wieder mal nicht so wie ich, also muss eine Alternative für die „nicht still sitzen könnende“ Christina her!

Schon in Mar del Plata wollt ich über den Strand galoppieren. Als alte Pferdesportlerin ein lang gehegter Traum! In Bariloche sind sogenannte „Cabalgatas“ sehr verbreitet. Wieder mal siegt der Anbieter, der am schnellsten antwortet: Tom Wesely hat über 60 Pferde und bietet unterschiedliche Ausritte an. 1-2h sind mir zu wenig, ich buche einen Tag inkl. Asado! Was für eine geniale Idee! Montag Morgen bin ich die Einzige, die mit dem Guide, ein waschechter Gaucho aus dem Norden, die ich in den Sattel schwingt. Sattel, Zaumzeug – alles ein bissl anders als daheim. Mehr Polster als Leder, weniger Riemen und als Gerte dient ein Astl. Die Pferde: typisch argentinisch, relaxt, chillig und ein bissl verrückt. Gemächlich gehts Richtung Lago Morreno über staubige Schotterpisten, schmale Wege, vorbei an netten Häuschen bis wir schließlich am Strand ankommen.

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Ein genialer Blick eröffnet sich über den glasklaren, türkis glitzernden und vollkommen stillen See. Selbst dem Guide klappt die Kinnlade runter, denn so glatt und ruhig hat auch er den See noch nie gesehen. Neben jeder Menge Fotosessions – der Gaucho versteht sein Geschäft und ist neben einem hervorragenden Reiter, Entertainer und Fotograf zu gleich – übe ich auch noch mein Spanisch beim herum Schackern mit ihm. Zu Mittag gibts ein herrliches Asado für mich und eine Dusche für die Pferde. Hier wird echt liebevoll mit den Tieren umgegangen. Sie werden durchgewechselt und haben zweieinhalb Monate Urlaub im Jahr, wo sie keinen Menschen sehen. Das merkt man ihnen auch an. Mein Nachmittagsbegleiter begrüßt mich indem er mich liebevoll mit dem Kopf anstupst: Liebe auf den ersten Blick!
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Der Galopp-Einheit am Strand folgen weitere am Nachmittag. Ich schlag mich gar nicht schlecht, auch wenns mich schon leicht durchbeutelt und ich fast einen Krampf vor lauter Haxenumklammerung bekomme. Die Pferde kraxeln wie die Weltmeister auf unwegsamem Gelände in die Höhe – wow, Allrad sag ich nur! Zwischendurch verschwindet der Guide im Gebüsch und erntet ganze Äste voll mit Kirschen, die ich dann genüsslich verspeise. Echt eine chillige Sache! Als ich vom Pferd steige merke ich, dass ich zwar mein Schienbein gschont habe, mein Hintern dafür umso mehr gelitten hat. Ob ich morgen noch sitzen kann, ist fraglich. Aber ich hab da schon ein Alternativprogramm im Sinn…
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Fotos, Bariloche, 17.02.2014


2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wow, das klingt voll cool…. Hoffentlich geht’s deinem Haxerl & popo bald wieder besser

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