Trekking bei den Iguazu Wasserfällen – (fast) unmöglich

IguazuZu jeder Argentinien Reise gehört auch ein Abstecher in den Norden, nach Puerto Iguazu. Eingebettet zwischen den Grenzen zu Brasilien und Paraguya liegt ein ausgedehntes Naturschutzgebiet mit 20 größeren und 255 kleineren Wasserfällen. Wie von mir erwartet ist der Ort sehr touristisch, aber auch sehr kleinstädtisch, mit südamerikanisch Flair.
Gemeinsam mit einer Spanisch-Kurs Kollegin aus New York ging es für vier Tage nach Iguazu. Den Flug checkte ich via flug.idealo.at (!!!) – günstiger als vor Ort bzw. direkt bei der Fluglinie. Die Busfahrt dauert 19h, der Flug knappe 2h – die geringen Mehrkosten für das Flugticket zahlt sich in jedem Fall aus. Wir erwarteten uns die Möglichkeit im „Selva“, dem Dschungel, herum zu wandern und nach den intensiven Wochen in der Großstadt Natur zu genießen. Der Naturpark ist perfekt für Touristen. Breite, blitzblanke Wege, eine Tschutschu Bahn, Regeln, Verbotsschilder,… Zumindest waren wenige Touristen am Weg und so konnte man die beeindruckenden Wassermassen in Ruhe genießen. Dennoch war der erste Tag mehr als ernüchternd was das Naturerlebnis betrifft. imageTag zwei nutzen wir für die Erkundung eines wenig begangenen Treks mit einem herrlichen, kleinen Wasserfall am Ende. Den „Gargante del Diabolo“ hoben wir zum Schluss auf. Gegen 17 Uhr waren wenige Menschen bei der beeindruckenden 150m breiten und 700 Meter langen Schlucht, geniale Lichtverhältnisse und ein herrlicher Regenbogen ließen mir die Ganslhaut aufsteigen.

Auf der Suche nach ein paar einsamen Wegen im Dschungel befragten wir alle möglicher Locals, Hostel Menschen, Kellner – ohne zufriedenstellende Antworten. Auch die Internet Suche bestätigte nur den Eindruck: überall steht ein Preis dran, keine Chance, alleine einfach eine Runden wandern zu gehen. Für mich eine unvorstellbare Sache. Die Erklärungen reichten dabei von: viel zu gefährlich wegen der Tiere, bis zu dichtem Dschungel den man ohne Equipment nicht betreten kann.

imageDen Vogel schoss aber ein Taxifahrer ab, den wir am letzten Tag angeheuert hatten. Eigentlich wollte er uns zu einem versteckten Wasserfall fahren. Die Fahrt alleine war genial über Rumpelstrassen, vorbei an kleinen Häuschen bis Baracken zwischen Feldern und ganz viel tiefroter Erde. Am Ausgangspunkt angekommen war dann Schluss mit lustig. Machista wie die Argentinier sind – wollte uns der gute Mann einfach nicht alleine den bestens ausgebauten Weg spazieren lassen. Der Arme schwitze wie ein Esel weil er natürlich auch noch vor mir gehen wollte und nicht ganz so fix war. Aber er hatte es sich so ausgesucht. Als alle seinen Argumente von uns ignoriert wurden, tischte er uns eine Sagengeschichte über Geister im Dschungel auf. Das erheiternde: er glaubt wirklich daran! Meine Erkenntnis nach dem Erlebnis: Argentinische Männer können mit freiheitsliebenden, selbstständigen Frauen eindeutig nichts anfangen. Dennoch zahlte sich der Ausflug aus, dessen perfekten Abschluss die Abkühlung unter dem Wasserfall war.
Den chilligen Abschluss des viertägigen Urlaubs vom Urlaub bildete ein Rundgang in Iguazu zum Aussichtspunkt, an dem sich alle drei Grenzen, Paraguay, Brasilien und Argentinien treffen.

Mein nächster Trip ist im Entstehen – es geht Richtung Norden, nach Salta und Richtung peruanische Grenze. Aber so ganz im Detail ist nix fix… ich bin ziemlich relaxt und entscheide spontant. Jetzt gehts erst mal wieder 6 Tage intensiv in die Sprachschule. Hasta la proxima…

Fotos, Iguazu, 3.11-7.11.2013

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