Über Cordoba, San Juan und Mendoza nach Chile

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Seit 10 Tagen reise ich nicht mehr alleine, sondern fungiere als Reiseführer. Zumindest für den ersten Part der Reise. Die Stadtführung in Buenos Aires schüttel ich locker aus dem Ärmel. Alleine die knapp 40 Grad inkl enormer Luftfeuchtigkeit, die habe ich nicht in der Hand!

Die Nachtbusfahrt nach Cordoba bringt temperaturtechnisch auch wenig Abkühlung – im Gegenteil! Cordoba empfängt uns mit einer Hitzewelle und die 38 Grad fühlen sich nachgewiesenermaßen wie 48 Grad an. Da hilft nur eine Siesta, eine Abkühlung im klimatisierten Heimathaus und Museum von Che Guevara in Alta Gracia und der Sprung in den 30 Grad warmen Rio südlich von Cordoba. In Cordoba Capital treffe ich wieder auf meine „adoptierte argentinische Familie“, die Cunills, mit denen ich schon Weihnachten gefeiert habe. Einfach ein ganz anderes Gefühl, als im Hostel abzusteigen! Clara leiht uns netterweise ihr Auto und so ist die Erkundung der näheren Umgebung samt Google Maps Navi (fast) ganz einfach!
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Über Nacht geht es weiter nach San Juan, nördlich von Mendoza. Die Station ist klassisch nicht aus dem Reiseführer heraus geplant, sondern durchs Quatschn mit Claras Bruder Anselmo und seiner Freundin entstanden. Nördlich von San Juan ragt das „Valle de la Luna“ in der kargen Wüstenlandschaft heraus. Bernd bekommt erstmals eine Ahnung davon, wie es im Norden von Argentinien aussieht, denn das Tal beeindruckt durch wilde Gesteinsformationen und irre Farben.

Unendliche Weiten nördlich von San Juan
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Außerdem zeigt sich die Weite des Landes sehr eindrücklich. Die Straßen scheinen kein Ende zu nehmen und laufen schnurgerade durch das Nichts. Geschlafen wird wieder mal im Auto, diesmal hinter der Kirche und mit Mulis, die wild jaulend beim Auto vorbei galoppieren. In einem kleinen, sehr typischen Ort für die Gegend, speisen wir um umgerechnet 10 Euro lokale Köstlichkeiten, kleiner Plausch mit der sympathischen Eigentümerin inklusive. Dass die Straßen auf der Karte nicht immer so ganz genau stimmen, stellt sich bald heraus – die angepeilte Passroute endet im Steinbruch.

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Über einen Pass im Reserva Natural Villavicencio gehts kurvenreich samt abenteurlichem Untergrund (Schottergrube hallo!) über die Ruta 52 nach Uspallata. Belohnt wird das Gekurve mit dem Anblick des 6962m hohen Aconcagua. Zwar wickeln sich Wolken um die Gesteinsformationen, aber die mächtigen, imposanten Anden vor unserer Nase beeindrucken dennoch ganz schön gewaltig. 20140129-183450.jpg
Uspallata ist so ein Ort ganz nach meinem Geschmack. Umringt von den 6000ern, an jeder Ecke gibts Angebote für sportliche Aktivitäten inkl. Skiverleih. Mit einem Local unterhalte ich mich auch gleich über die Schneeverhältnisse im Winter und die Gebiete in der Nähe. Scheinbar eine Ecke, die bei österreichischen Skilehrern wohl bekannt ist! Rund um Las Lenas, weiter südlich von Mendoza, treffen sich die Powder-Junkies. Mein Kitelehrer aus Mar del Plata hat davon übrigens auch geschwärmt! Leider müssen wir das Auto am nächsten Tag zu Mittag in Mendoza zurück geben, und so bleibt keine Zeit, die Umgebung im Detail zu erkunden. Ein lässiges und im Vergelich zum restlichen Ort recht preiswertes Hostel liegt übrigens rund 7km außerhalb des Ortes und ist auf Outdoor-Menschen spezialisiert. Passenderweise heißt es schon Chillout Mountain Hostel. Der Eigentümer ist total hilfsbereit und freundlich, das Hostel sehr chillig – inkl. Eierspeis zum Frühstück. Das ist in Argentinien wirklich erwähnenswert!

In Mendoza steht neben einem Spaziergang durch die Stadt vor allem eines am Programm: Wein trinken! Rund um und in die Stadt ranken sich Weinreben. Neben den argentinischen Spezialreben Malbec und Torrontes auch Klassiker wie Sauvignon. Neben einer traditionellen erfolgreichen Bodega (Lopez) besuchen wir auch eine junge, internationale „Botique“ Bodega. Zu guter Letzt verkosten wir uns noch durch native gepresstes Olivienöl, denn die Olivenbäume wachsen hier zu Hauf mitten in den Weingärten. Mendoza besticht durch enorm viel Grün und die trockene Hitze ist auch wesentlich angenehmer im Schatten der vielen Bäume.
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Die knapp 8 stündige Busfahrt über den Anden-Pass nach Santiago de Chile nehmen wir bei Tageslicht in Angriff. Schließlich muss die geniale Bergwelt aus nächster Nähe bewundert werden! Die Ausreise und vor allem die Einreise nach Chile ist ein Akt: keine Früchte, kein Fleisch, keine Pflanzen – nix darf über die Grenze. Kontrolliert wird… streng. Na ja, fast. Zwar werden alle Gepäckstücke ausgepackt, gescannt, der Hund schnüffelt alles ab. Aber die gute, argentinische Salami, die dreifach eingewickelt im Mülleimer im Bus liegt, die packen wir nach der Aktion einfach wieder aus. In Santiago trifft mich ein bissl der Schlag. Vollkommenes Chaos und Menschenmassen, dazu eine neue Währung mit viel zu vielen Nullen (1 Euro sind rund 600 Chilenische Peso) und dann noch chilenisches Spanisch, das für mich noch vollkommen unverständlich ist. Aber es wird schon. Zumindest kann man wieder mal bedenkenlos die Kreditkarte zücken und das Ticket für Valparaiso lösen. Um Mitternacht trudeln wir in der 120km von der Hauptstadt Santiago liegenden Hafenstadt ein. Im Künstlerviertel auf einem der Hügel checken wir in einem Hostel/B&B ein um hier ein paar Tage Pause zu machen, bevor es weiter durch Chile Richtung Süden, auf die argentinische Seite von Patagonien geht. Ich freu mich schon enorm darauf, meinen alten Freund Leo in Bariloche wiederzusehen….

Fotos, Cordoba, San Juan, Mendoza


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